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Volvo testet neues Assistenzsytem mit Fußgängererkennung

Dieser Tage konnte man in Kopenhagen eine Limousine beobachten, die durch ihre ungewöhnliche Tarnung für Aufsehen sorgte. Dabei handelt es sich um den neuen Volvo S60, der Mitte nächsten Jahres auf den Markt kommen soll.

In diesem getarnten Prototyp ist ein bahnbrechend neues Sicherheitssystem verbaut, das Fußgänger vor dem Auto erkennt und bei Nichtreagieren des Fahrers automatisch eine Vollbremsung einleitet und damit einen Unfall verhindert. Derzeit testet Volvo dieses neue Assistenzsystem mit Fußgängererkennung, das im neuen Volvo S60 erstmals angeboten wird, unter realen Verkehrsbedingungen im urbanen Umfeld der dänischen Hauptstadt.

"Faktoren wie Straßenbeschaffenheit, Verkehrsgeschehen und klimatische Bedingungen müssen bei der finalen Justierung berücksichtigt werden. Inzwischen haben wir über 500.000 km Daten unter realen Bedingungen gesammelt, die wir auch für unsere Computersimulationen nützen können", meint Thomas Broberg, Sicherheitsexperte bei Volvo Cars.

Schutz für die Ungeschützten

Das neue Assistenzsystem – Kollisionswarnung mit automatischer Vollbremsfunktion und Fußgängererkennung - bildet den nächsten Schritt in der kontinuierlichen Entwicklung der Volvo Sicherheitstechnologie bei der Erkennung gefährlicher Situationen, um den Fahrer dabei zu unterstützen Unfälle zu verhindern oder deren Auswirkungen zu mindern.

"Bei unseren bisherigen Kollisionswarnsystemen haben wir den Fahrer bei der Vermeidung von Unfällen mit anderen Fahrzeugen unterstützt. Mit der Erkennung von Fußgängern haben wir bei diesem neuen System einen Meilenstein in der Entwicklung gesetzt: Den Schutz der ungeschützten Verkehrsteilnehmer. Außerdem erhöhten wir die Bremsunterstützung von 50 Prozent auf automatische Vollbremsfunktion", erklärt Thomas Broberg und fügt hinzu: "Diese Sicherheitstechnologie bedeutet für uns einen wichtigen Schritt in Richtung unserer langfristigen Vision Autos zu entwickeln, die nicht kollidieren."

Zuerst die Warnung, dann automatische Vollbremsung

Das neue Kollisionswarnsystem mit automatischer Vollbremsfunktion und Fußgängererkennung besteht aus einer Radareinheit im Frontgrill, einer Kamera am Innenspiegel und dem zentralen Steuergerät. Radar und Kamera beobachten ununterbrochen den Bereich vor dem Fahrzeug. Das Radarsystem erfaßt Objekte und mißt dabei deren Distanz zum Auto. Die Kamera erkennt die Beschaffenheit der Objekte.

Bei Kollisionsgefahr wird der Fahrer zunächst akustisch sowie optisch durch einen Rot blinkenden Balken im Head-up Display gewarnt. Um eine unmittelbare Reaktion des Lenkers sicherzustellen, erinnert der im Head-up Display blinkende Balken an die aktivierte Bremsleuchte eines vorausfahrenden Autos. Reagiert der Fahrer nicht rechtzeitig, um eine Kollision zu vermeiden, kommt es zur automatischen Vollbremsung.

"Die automatische Vollbremsfunktion wird nur dann aktiviert, wenn das Objekt vor dem Fahrzeug vom Radarsystem erfaßt und der Kamera erkannt wird und der Fahrer nicht rechtzeitig reagiert. Die neueste Sensorentechnologie ermöglicht hier die automatische Vollbremsung", erklärt Thomas Broberg.

Unfälle mit Fußgängern vor allem im städtischen Bereich

Im Jahre 2007 starben EU-weit 1.560 Menschen bei Verkehrsunfällen in den Hauptstädten. 43 Prozent davon waren Fußgänger. Die Geschwindigkeit des Fahrzeuges ist dabei von signifikanter Bedeutung. Das Risiko für einen Fußgänger getötet zu werden liegt bei 50 km/h 85 Prozent höher als bei einer Geschwindigkeit von 25 km/h.

"Dieses neue Assistenzsystem soll den Fahrer dabei unterstützen, Kollisionen mit Fußgängern bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h zu verhindern. Bei höheren Geschwindigkeiten wird durch die automatische Vollbremsung die Aufprallintensität um 75 Prozent reduziert. Zieht man die Häufigkeit der Fußgängerunfälle mit Todesfolge in Betracht und gelingt es uns das fatale Risiko um 20 Prozent zu reduzieren, so macht dieses neue System einen großen Unterschied. In bestimmten Situationen kann damit das Todesrisiko um 85 Prozent reduziert werden", meint Thomas Broberg.