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  • Volvo entwickelt Sicherheitssysteme für ältere Menschen

    30.09.2009
    Volvo Sicherheitsinnovationen

    Zwei Autofahrer nähern sich einer Strassenkreuzung. Der 40-Jährige hält mit schnellen Augen- und Kopfbewegungen nach potenziellen Gefahren Ausschau. Der 80-Jährige fährt behutsam an die Kreuzung heran, wegen der eingeschränkten Bewegungsmöglichkeit des Halses und des eingeschränkten Blickfeldes stellt diese Situation für ihn aber grössere Herausforderung dar als für den jüngeren Fahrer. Dieses typische Szenario ist für Volvo Anlass zur Entwicklung neuer Sicherheitstechnologien. Dadurch soll der zunehmenden Zahl älterer Fahrer ermöglicht werden, sich weiterhin sicher im Strassenverkehr zu bewegen.

    Demographische Studien in Europa und bei den Vereinten Nationen belegen, dass sich die Altersstruktur weltweit verändert. Menschen leben heute länger, sie sind aktiver und gesünder als je zuvor. Dadurch steigen die Bedürfnisse nach individueller Mobilität im Vergleich zu vorherigen Generationen.

    „Das Verständnis der Sicherheitsbedürfnisse von Autofahrern in verschiedenen Lebensabschnitten hat grossen Einfluss auf die Entwicklung unserer Fahrzeuge“, sagt Thomas Broberg, Senior Safety Advisor bei Volvo Cars. „Ein wichtiger Aspekt ist für uns das Wissen darüber, was älteren Fahrern den Umgang mit herausfordernden Situationen erleichtert. Der Schlüssel dazu sind Forschungsprojekte und eine breite Wissensbasis.“ Und Broberg weiter: „Unfallstatistiken zeigen, dass ältere Fahrer insgesamt bei Kollisionen unterrepräsentiert sind. Dies gilt jedoch nicht in bestimmten Verkehrssituationen wie an Kreuzungen und bei Wendemanövern. Hier sind ältere Fahrer überdurchschnittlich oft an Unfällen beteiligt.“

    Ist „sicheres Autofahren“ altersabhängig? – ein sensibles Thema
    Die Frage, ob ältere Menschen die gefährlicheren Autofahrer sind, ist in Verkehrsdiskussionen ein sensibles Thema. Bei Volvo wird diese Frage aus einem anderen Blickwinkel betrachtet. „Wir wissen, dass ältere Fahrer sich in bestimmten Verkehrssituationen anders verhalten“, sagt Thomas Broberg. „Daher sammeln wir derzeit zahlreiche Informationen, um Sicherheitssysteme zu entwickeln, die in solchen Verkehrssituationen die Sicherheit erhöhen.“ Volvo untersucht mit umfangreichen Forschungen das menschliche Verkehrsverhalten. Im Mittelpunkt steht dabei die Erweiterung des Wissens darüber, wie Menschen in komplexen Verkehrsituationen handeln.

    Verhaltensforschung an Kreuzungen
    Thomas Broberg hat sich an einem gemeinsamen Projekt des schwedischen Forschungsinstituts für Strasse und Transport (VTI) in Linköping beteiligt. Es ging darum zu erfahren, ob ältere Fahrer an Kreuzungen eine besondere visuelle Wahrnehmung haben. „Wir wollten herausfinden, welchen Anteil das visuelle Verhalten älterer Menschen an Unfällen im Kreuzungsbereich hat“, erläutert der Volvo Experte.

    Per Zeitungsanzeige wurden zwei Personengruppen und durch eine Registrierung auf der VTI-Website zusammengstellt. Die Hälfte der ausgewählten Fahrer in der Studie war älter als 75 Jahre, in der zweiten Gruppe lag das Alter zwischen 35 und 55 Jahren. Beide Gruppen waren auf der gleichen Teststrecke mit verschiedenen Geschwindigkeitsbeschränkungen und unterschiedlichen Verkehrssituationen unterwegs. Dazu zählten T-Kreuzungen, Stoppschilder an zweispurigen Kreuzungen, vierspurige Kreuzungen mit Ampelregelung und Kreisverkehre. Unabhängig vom Fahrtest wurde die Flexibilität des Halses gemessen und ein Blickfeld-Test gemäss UFOV (Useful Field Of View Test) durchgeführt.

    Ergebnisse für Neuentwicklungen
    Thomas Broberg fasst die Ergebnisse zusammen: „Die Resultate des UFOV-Test und der Messung der Halsflexibilität zeigen eine deutliche Differenz bezüglich des Lebensalters. Die Gruppe der Älteren wies eine geringere Flexibilität und ein schmaleres Blickfeld auf. Während des Fahrtests zeigten sich auch Unterschiede beim Beobachtungsverhalten. Während die Älteren mehr auf Linien und Strassenmarkierungen achteten, um sich im Verkehr zu positionieren, richteten die jüngeren Fahrer ihren Fokus mehr auf dynamische Objekte wie andere Fahrzeuge, die eine mögliche Gefahr darstellen konnten.“ Volvo wird diese Untersuchungsergebnisse für die Entwicklung neuer präventiver und unterstützender Sicherheitssysteme nutzen.

    „Im Mittelpunkt stehen für uns all die Bereiche, die im realen Alltagsverkehr am verbreitesten und gefährlichsten sind“, sagt Thomas Broberg. „Der Fokus auf den Kreuzungsbereich ist für uns daher der nächste logische Schritt, denn die Untersuchungen zeigen, dass ältere Fahrer hier besonders von einer Unterstützung profitieren. Der positive Nebeneffekt ist, dass die Sicherheitssysteme, die speziell die Bedürfnisse älterer Fahrer berücksichtigen, auch den jüngeren zugute kommen werden.“

    Zwei Autofahrer nähern sich einer Strassenkreuzung. Der 40-Jährige hält mit schnellen Augen- und Kopfbewegungen nach potenziellen Gefahren Ausschau. Der 80-Jährige fährt behutsam an die Kreuzung heran, wegen der eingeschränkten Bewegungsmöglichkeit des Halses und des eingeschränkten Blickfeldes stellt diese Situation für ihn aber grössere Herausforderung dar als für den jüngeren Fahrer.
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