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  • Volvo Erfindung Dreipunkt-Sicherheitsgurt rettete über eine Million Menschenleben

    14.01.2009
    Drei Punkt Gurt rettet Leben

    Seit 50 Jahren Lebensretter Nummer eins im Strassenverkehr: der Dreipunkt-Sicherheitsgurt

    Es kann so einfach sein, ein Leben zu retten: greifen, ziehen – klick! Wer angegurtet ist, erhöht seine Überlebenschance im Crashfall um 50% (1). Der Dreipunkt-Sicherheitsgurt ist und bleibt die wichtigste Sicherheitsausrüstung im Auto. Bei konsequenterer Nutzung könnten noch mehr Leben gerettet werden.

    „Was den Dreipunktgurt so einzigartig macht, ist der Umstand, dass er die Sicherheit der Insassen in allen Unfallszenarien erhöht, auf den Vordersitzen ebenso wie auf der Rückbank. Häufig ist die Rede von der Schutzwirkung bei Frontalkollisionen. Aber der Gurt verhindert auch, dass Insassen bei einem Überschlag aus dem Fahrzeug geschleudert werden“, verdeutlicht Hans Nyth, Leiter des Volvo Sicherheitszentrums.

    Ausschlaggebend für die Wirkung des Dreipunktgurtes ist der Umstand, dass dieser den Passagier in seinem Sitz fixiert. 75% der Personen, die bei einem Unfall aus dem Fahrzeug geschleudert werden, überleben nicht (2). Insgesamt reduziert der Gurt das Risiko schwerer oder tödlicher Verletzungen bei Verkehrsunfällen um rund 50% (3).

    Wirkungsvollster Lebensretter
    Wie viele Leben der Dreipunktgurt seit den Sechzigerjahren gerettet hat, ist nicht exakt zu benennen, weil dazu keine weltweit koordinierten Statistiken geführt werden. Schätzungen gehen jedoch von über einer Million Menschenleben aus. Hinzu kommt, dass sehr häufig schwere Verletzungen verhindert wurden (4).

    In Europa reduziert der Sicherheitsgurt die Zahl tödlicher Verkehrsunfälle um geschätzte 40% pro Jahr. Innerhalb der EU überlebten 2005 rund 11’700 Autofahrer, weil sie den Sicherheitsgurt angelegt hatten; für Deutschland liegt die Grössenordnung bei zweitausend Personen. Wären diese Autofahrer nicht angeschnallt gewesen, läge die Zahl der Getöteten jährlich fast doppelt so hoch (5). Entsprechende Schätzungen für die USA im Jahr 2004 besagen, dass der Sicherheitsgurt rund 15.200 Leben rettete und dadurch dem Staat Einsparungen von rund 50 Milliarden Dollar brachte (6).

    Unverändert hohes Rettungspotenzial
    Der weltweite Gebrauch des Sicherheitsgurts differiert je nach Land beträchtlich. In einigen Regionen wie der russischen Insel Sakhalin liegt die Nutzungsquote bei 3,8%. Die höchsten Quoten verzeichnen moderne Industrienationen wie Frankreich, Deutschland, Schweden, Australien und Kanada, wo Fahrer und Beifahrer zu 90-99% und die Passagiere auf der Rückbank zu 80-89% den lebensrettenden Gurt angelegt haben (7).

    In den USA liegen diese Werte aufgrund nicht eindeutiger Gesetzeslagen niedriger. Dennoch erreichte auch hier die durchschnittliche Anschnallquote auf den Vordersitzen in 2008 mit 83% (8) einen neuen Rekord.
    Rund 620 Millionen Fahrzeuge waren in 2004 weltweit registriert, davon etwa 270 Millionen in Europa und 202 Millionen in den USA (9); bis zum Jahresabschluss 2008 wird eine Annäherung an die 800-Millionen-Grenze erwartet (10). Schätzungen zufolge wird die Zahl tödlicher Verkehrsunfälle für das Jahr 2008 weltweit die unfassbare Zahl von 1,2 Millionen Menschen erreichen (11), wobei der grösste Teil dieses Negativwachstums auf Länder ausserhalb Europas und der USA entfällt. „Das grosse Problem in vielen verkehrsreichen Ländern ist, dass noch zu viele Menschen den Sicherheitsgurt nicht benutzen. Der besitzt aber im modernen Strassenverkehr nach wie vor das grösste Rettungspotenzial“, unterstreicht Hans Nyth das Missverhältnis.

    Experten schätzen, dass in den USA jedes zusätzliche Prozent in der Gurtnutzungsquote 270 Leben pro Jahr retten würden (12). Studien in Europa weisen aus, dass innerhalb der EU weitere 75’000 Leben gerettet werden könnten, wenn die Quote der besten Länder aus dieser Region für das gesamte EU-Gebiet gelten würde (13).

    Somit bietet der Sicherheitsgurt auch in den Industrienationen mit langer Automobiltradition nach wie vor ein grosses, bislang ungenutztes Potenzial als Lebensretter. Noch grösser sind diese Potenziale in Teilen Asiens, Südamerikas und Afrikas, wo Motorisierung und Verkehrsdichte schnell wachsen. Läge die Gurtbenutzung in diesen Regionen auf europäischem Niveau, könnten zehntausende Leben gerettet werden, was wiederum die Gesamtzahl geretteter Leben pro Jahr weltweit auf über einhunderttausend erhöhen würde.

    Weitere Anstrengungen sind nötig
    Seit den Sechzigerjahren arbeitet Volvo daran, die Gurtnutzungsquote zu erhöhen. So unternahm Nils Bohlin im Zuge der Vorstellung des Dreipunktgurtes in den USA eine lange Präsentationstour, um eine breite Öffentlichkeit von den Vorteilen dieser Sicherheitseinrichtung zu überzeugen.

    In den vergangenen Jahren war Volvo zudem in Kampagnen wie „Buckle up“ („Bitte anschnallen“) involviert. Parallel dazu wurde der Dreipunkt-Sicherheitsgurt im Hinblick auf Effektivität und Bedienkomfort kontinuierlich verbessert. Trotzdem sind behörden- sowie industrieseitig weitere Anstrengungen nötig, um die Gurtnutzung weltweit zu erhöhen.

    Strategien zur Erhöhung der Gurtnutzung
    Leicht und komfortabel zu handhabende Sicherheitsgurte sowie die Einführung des Gurtwarners haben sich als hilfreich erwiesen. Entsprechende behördliche Regelungen sowie Kampagnen, Kontrollen und Geldbussen sind weitere Methoden, Einsicht und Motivation zu verbessern. Eine gesetzliche Gurtanlegepflicht ist wohl die probateste Methode, Leben im Strassenverkehr zu retten.

    Die gesetzlich vorgeschriebene Ausrüstung von Neufahrzeugen mit Sicherheitsgurten geht zurück bis in die Sechzigerjahre. Trotzdem dauerte es bis 1971, bis erstmals – im Australischen Bundesstaat Victoria – eine Anlegepflicht erlassen wurde. Im ersten Folgejahr gingen die Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang um 18 Prozent zurück. Trotz dieses eindeutigen Resultats vergingen weitere Jahre, bis die Mehrheit der europäischen Länder und die USA diesem Beispiel folgten. Nach wie vor existiert in zahlreichen Ländern noch keine Gurtpflicht für die Fondpassagiere, mit entsprechender Auswirkung auf die Sicherheit.

    Länder mit niedriger Anschnallquote können indes schnell aufholen. Beispiel Costa Rica: In 2003/2004 setzte die Regierung mit Erfolg eine koordinierte Gesetzgebung in Kraft, kombiniert mit publikumswirksamen Kampagnen und Kontrollen an wichtigen Verkehrsadern. Mit dem Erfolg, dass die Anschnallquote im Kampagnenjahr von 24 auf 82% anstieg. In Südkorea führten Kampagnen in Verbindung mit landesweiten Polizeikontrollen und stark erhöhten Bussgeldern in weniger als einem Jahr zu einem signifikanten Anstieg der Gurtträger im Auto von 23 auf 98% (14).

    Gurt-Mythen kursieren nach wie vor
    Warum benutzt nicht jeder Autoinsasse den Sicherheitsgurt, wenn dieser doch nachweislich Leben rettet? Ein Grund hierfür ist, dass nach wie vor verzerrte Wahrnehmungen und Vorurteile existieren, etwa dass es gefährlich sei, mit angelegtem Gurt nach einem Unfall im Fahrzeug eingeklemmt zu sein, dass der Gurt Kleidung zerknittert, dass er lästig ist oder dass Lenkrad oder Airbag ausreichend Schutz böten. In der objektiven Realität indes gilt die Grundregel: Unter allen Umständen, für jede Person und bei allen Geschwindigkeiten bedeutet der Gurt einen gravierenden Sicherheitsgewinn.

    Auch bei niedrigen Geschwindigkeiten im Stadtverkehr, dem am häufigsten vorkommenden Unfallszenario, kommt diesem grosse Bedeutung zu. Die auftretenden Kräfte sind viel höher, als viele annehmen. Eine Kollision bei 50 km/h beispielsweise entspricht einem Sturz aus dem dritten Stockwerk, aus eigener Kraft abstützen kann ein Mensch aber nur einen Aufprall mit maximal 7 km/h: Ein klares Argument für den Sicherheitsgurt. Der Airbag ist eine exzellente Ergänzung, aber den Gurt ersetzen kann er keinesfalls (15).

    Wie der Sicherheitsgurt angelegt sein sollte
    Um die volle Sicherheitswirkung zu erzielen, ist eine korrekte Gurtführung ausschlaggebend. Das Diagonalband sollte quer über der Brust und möglichst nah am Hals verlaufen. Der resultierende Gurtwinkel trägt dem Umstand Rechnung, dass Schulter und Brust bei Kollisionen die grösste Kraft aufnehmen müssen. Das untere Gurtband sollte über den Beckenknochen nach unten Richtung Schenkel und nicht etwa in Magenhöhe verlaufen. Nach dem Schliessen sollte der Gurt nachgezogen werden: Je geringer der Abstand zum Körper, desto besser die Schutzwirkung. Zudem sollte das Gurtband weder verdreht noch beschädigt sein.

    Schwangere Frauen sollten den Sicherheitsgurt bis zum Ende der Schwangerschaft benutzen. Das Diagonalband sollte dabei eng an der Schulter anliegen und zwischen den Brüsten seitlich am Bauch vorbeigeführt werden. Der Hüftgurt sollte an der Schenkelaussenseite anliegen, so weit wie möglich unterhalb des Bauchs verlaufen und keinesfalls nach oben rutschen.

    Befindet sich ein Kind auf dem regulären Sitz oder in einem Kindersitz an Bord, gelten bezüglich der Gurtgeometrie die gleichen Regeln wie für Erwachsene. Verläuft der Gurt am Hals, ist das kein Problem. Keinesfalls sollte aber zugelassen werden, dass er unter dem Arm des Kindes hindurchgeführt wird: Die Verletzungsgefahr steigt dadurch erheblich.

     

    (1) European Transport Safety Council (ETSC): „Increasing seat belt use“, 2007
    (2) http://www.preventioninstitute.org/traffic_seatbelt.html
    (3) European Transport Safety Council (ETSC), „Increasing seat belt use“, 2007
    (4) Volvo Schätzung; Basis: öffentliche und eigene Statistiken zu Verkehrsunfällen und Gurtnutzung
    (5) European Transport Safety Council (ETSC), „Increasing seat belt use“, 2007
    (6) National Center for Statistics and Analysis (NHTSA), Traffic Safety Facts, 2007
    (7) Global Road Safety Partnership (GRSP)
    (8) National Center for Statistics and Analysis (NHTSA), Traffic Safety Facts, 2007
    (9) Society of Motor Manufacturers and Traders, 2004
    (10) The World Wildlife Foundation (WWF)
    (11) Weltgesundheits-Organisation WHO (World Health Organisation)
    (12) National Center for Statistics and Analysis (NHTSA), Traffic Safety Facts, 2007
    (13) Global Road Safety Partnership (GRSP)
    (14) Global Road Safety Partnership (GRSP)
    (15) Schwedische Nationale Gesellschaft für Verkehrssicherheit (NTF)

    Seit 50 Jahren Lebensretter Nummer eins im Strassenverkehr: der Dreipunkt-Sicherheitsgurt

    Es kann so einfach sein, ein Leben zu retten: greifen, ziehen – klick! Wer angegurtet ist, erhöht seine Überlebenschance im Crashfall um 50% (1). Der Dreipunkt-Sicherheitsgurt ist und bleibt die wichtigste Sicherheitsausrüstung im Auto. Bei konsequenterer Nutzung könnten noch mehr Leben gerettet werden.

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