Stadtleben

Raum für Kreativität

Kluge Raumnutzung wird in den heutigen dicht bevölkerten Städten immer wichtiger. Wir schauen, wie Architekten und Designer neue Wege gehen, um den Raum in verdichteten Städten bestmöglich zu nutzen. 

VON SARAH JAPPY, OKTOBER 2017

Beatrice Simonsson erzählt

Raumwunder auf Rädern

VOLVO XC40

«Die Kunden werden überrascht sein, wie viel Platz dieses Fahrzeug für ihre Sachen bietet», meint Beatrice Simonsson, Group Design Leader bei Volvo Cars. «Es steckt voll durchdachter Aufbewahrungslösungen, inspiriert von unserer Marktforschung zum Leben in der Stadt. Wir waren verblüfft, wie viele Sachen die Leute im Fahrzeug dabei haben. Einer hatte sogar ständig einen Grill im Kofferraum.»

Die Lösungen von Beatrice und ihrem Team reichen von klein – wie einem Haken, der sich praktisch aus dem Handschuhfach ausklappen lässt, um eine Einkaufstasche aufzuhängen – bis groß, wie dem Ablagefach unter der Mittelkonsole. «Das Fach unter der Mittelkonsole ist groß genug für eine gängige Taschentuchbox, denn das wünschen sich unsere Kunden», berichtet sie. «Und unter dem zentralen Touchscreen ist Platz, um ein Smartphone abzulegen und drahtlos aufzuladen, sodass es nicht im Weg liegt und bei Bedarf sofort zur Hand ist.»

Unsere Kunden wünschen sich bequeme, praktische Ablageräume, und so haben wir die besonders langen und geräumigen Türfächer geschaffen. Alle sind groß genug für drei Getränkeflaschen. Möglich gemacht hat dieses Designmerkmal der belüftete Subwoofer hinter dem Armaturenbrett. Diese Art Lautsprecher wurde zum ersten Mal in einem Fahrzeug verbaut und macht die Türlautsprecher überflüssig.

«Wer Raum klug nutzen will, muss ihn flexibel und leicht zugänglich machen», meint Beatrice. Deshalb gibt es den Volvo XC40 mit elektrischer Heckklappe, bei der Sie zum Beladen nichts abstellen müssen – einfach den Fuß unter der Stoßstange bewegen, und die Heckklappe öffnet und schließt sich automatisch. Auch eine klappbare, herausnehmbare Ladefläche für verschiedene Transportmöglichkeiten und per Knopfdruck einklappbare Rücklehnen sind dabei. «Im Volvo XC40 geht es um praktische Lösungen, um den hektischen Stadtalltag weniger kompliziert zu machen», erklärt Beatrice.

Riverside House, Tokyo

Raum zum Leben

RIVERSIDE HOUSE, TOKIO

Tokio ist eine der am dichtesten besiedelten Städte der Welt. Aus diesem Grund hat eine möglichst gute Raumausnutzung allerhöchste Priorität für Architekten.» Kota Mizuishi und sein Team im Architekturbüro Mizuishi Architect Atelier stellten sich dieser Herausforderung erfolgreich, mit ihrem Entwurf des ungewöhnlichen Riverside House in Tokio. Es ist gebaut aus verzinktem Stahlblech, Aluminium, Birkenholz und Gipsbauplatten, und die auffallende Keilform entstand durch die maximale Ausnutzung des schmalen Stadtgrundstücks.

Eine ganze Seite des ebenerdigen Wohnbereichs im Riverside House ist bestückt mit durchdachten Aufbewahrungslösungen. Im Obergeschoss teilen schmale Tragwände verschiedene Bereich ab, untereinander verbunden durch den Dachfirst und mit offenen Ausblicken auf die Umgebung. Überraschend bei der Größe: Das Haus hat sogar Küche und Essbereich mit doppelter Raumhöhe und im Wohnbereich Fenster, die sich nach beiden Seiten komplett öffnen lassen. An der Ostseite findet sich ein kleiner Raum unter der Dachschräge und ein Loft mit zwei Oberlichtern Richtung Fluss und Himmel.

Das Haus – bewohnt von einem Ehepaar mit kleiner Tochter – steht auf einem dreieckigen Grundstück an der Schnittstelle von Straße und Fluss. Laut Kota wurde das Haus in Anpassung an die Umgebung, vor allem an den Fluss, entworfen. Er erläutert: «Trotz des begrenzten Raums am Standort war mir wichtig, dass alle Teile des Hauses ein offenes Raumgefühl vermitteln und auf verschiedene Art in Beziehung zum Fluss stehen.»

The Friggatto, Stockholm

Ein innovativer Raum

FRIGGATTO, STOCKHOLM

Ein weiteres Beispiel für schwedische Kreativität ist das Friggatto in Stockholm. Dieses innovative Haus – eine Arbeit des Stockholmer Full Scale Studio (Teil der School of Architecture an der KTH) – besteht eigentlich aus zwei getrennten Teilen, die sich nach Bedarf verschieben lassen, um den vorhandenen Raum bestmöglich zu nutzen. Die Komponenten, ein 15-m2-Haus (Friggebod) und ein 25-m2-Haus (Attefallshus) lassen sich trennen und neu verbinden, um im Sommer einen großzügigen Bereich im Freien und im Winter einen geräumigen Innenraum zu schaffen.

Das Haus Friggebod besteht aus Styroporplatten und schwedischem Kiefersperrholz. Außen wurde die Sperrholzfassade geteert, innen ist das Holz unbehandelt, der Boden besteht aus schwarzem Leder. Die leichte Konstruktion wurde dann mit Rädern auf Metallschienen gestellt. Eine starke Person kann Friggebod mit einiger Anstrengung verschieben, zwei oder drei Personen schaffen das gar, ohne ins Schwitzen zu geraten. Der Teil namens Attefallshus ist als offenes Studio ausgelegt, mit Arbeitsebene, Küche und Eingangsbereich. Für Wände, Dach und Dachbalken wurde Kiefersperrholz verbaut. Der Boden besteht aus Recycling-Mahagoni mit eingebauten Luken, um Werkzeug und Maschinen zu verstauen.

Grundkonzept des Gebäudes ist eine minimale Umweltbelastung. Die Fassade zum Beispiel wurde mit einer traditionellen japanischen Methode wetterfest gemacht, sodass Farbe oder Chemikalien überflüssig wurden.