Die Schönheit liegt auf der Straße

Im Westen Norwegens haben menschlicher Erfindergeist und dramatische Natur eine der schwierigsten, aber auch verlockendsten Straßen der Welt geformt. Wir haben uns mit dem S60 dorthin aufgemacht.

TEXT: LEO WILKINSON | FOTOS: JOHN WYCHERLEY

Da kommt Vorfreude auf: die neue Sportlimousine Volvo S60

In ihrer reinsten Form ist eine Straße einfach die Verbindung zwischen zwei Orten. Und doch kann sie so viel mehr sein. Am richtigen Ort und im passenden Fahrzeug ist sie tatsächlich ein Gemütszustand, eine Verbindung zwischen Mensch und Umgebung. Und sie kann Schönheit entfalten. Im Westen Norwegens ist die Straße all das und mehr. Hier schlängeln sich die Straßen durch die Landschaft, steigen an und fallen wieder, führen plötzlich durch tiefe Tunnel, über weite Brücken oder in dunkle Wälder. In dieser Gegend wartet hinter jedem Hügel, jeder Ecke die nächste atemberaubende Aussicht. Wenn Sie die reine Freude am Fahren wiederentdecken wollen – nur Sie, Ihr Fahrzeug und die Straße –, dann sollten Sie es dort versuchen. Besonders, wenn Sie diese einzigartige Landschaftsroute wie wir im S60 unter die Räder nehmen, der neuen Sportlimousine von Volvo Cars.

Es geht auf zwei Straßenabschnitte, die oft als die weltweit spannendsten, herausforderndsten und lohnendsten genannt werden. Dazwischen liegen nur rund 100 km, aber die verhältnismäßig kurzen Strecken des Bergpasses Trollstigen mit seinen Haarnadelkurven und des achterbahnähnlichen Auf und Ab der Atlantikstraße sind dennoch berühmte Attraktionen. Aus aller Welt kommen Menschen, um sie zu erfahren. Wir wollen beide Highlights erleben und alles mitnehmen, was uns unterwegs an Interessantem begegnet. Schließlich sind wir hier, um die Fahrt zu genießen!

Nun habe ich Gelegenheit, diese dynamische Limousine in den 11 Haarnadelkurven des Trollstigens mit ihren 10 Prozent Steigung auszuprobieren. Unser Fotograf John schickt mich für die Kamera immer wieder durch die Serpentinen und über die kurzen, schmalen Geraden. Den Gefallen tue ich ihm gerne, denn dieses Fahrzeug hier zu fahren, ist die reine Freude. Der S60 meistert die Aufgabe ausgesprochen souverän, und in den engen, rasch aufeinander folgenden Wendungen nutze ich zum flüssigen Schalten die Lenkradwippen. Dieses Fahrzeug ist wirklich auf Fahrvergnügen ausgelegt. Die Doppelquerlenker-Radaufhängung vorne trägt zum präzisen Fahrverhalten bei, und die innovative Integral-Hinterachse bietet feines Lenkansprechen und maximale Wendigkeit bei minimalem Gewicht.

Der Trollstigen eignet sich auch ideal, um die verschiedenen Fahrmodi des S60 auszukosten. Damit lässt sich das Ansprechen von Antrieb, Automatikgetriebe, Lenkung, Bremsen und Fahrdynamikregelung individuell einstellen. Ich wähle den Modus Dynamic und genieße es, wie das Fahrzeug subtil, aber spürbar schärfer anspricht und in den Kurven mehr «Biss» hat. Es ist ein befriedigendes Gefühl von Verbindung zur Straße, und ich habe den S60 so gut im Griff, dass mich der Abgrund hinter der Leitplanke völlig kalt lässt. Die größte Gefahr hier ist tatsächlich die Aussicht: Nach jeder Kurve gibt es neue Ablenkung mit Blicken auf das Tal unten und die Straße, die sich wie ein langer Wurm hin und her schlängelt.

Ich halte den Blick auf der Straße, und nur zu bald lassen wir den Trollstigen hinter uns, um in vielen Wendungen ein bewaldetes Tal zu durchqueren. Ich wähle den Fahrmodus Individual, den ich schon nach meinen Vorlieben konfiguriert habe – Dynamic für die Lenkung und Comfort für die Federung. Die perfekte Mischung für diese Fahrt, sie gleicht die Unebenheiten aus, die der harte norwegische Winter hinterlassen hat, und schenkt mir doch sofortiges Ansprechen am Lenkrad.

Als wir uns der Stadt Åndalsnes nähern, beschließen wir, einen Abstecher zur Trollveggen zu machen, der «Trollwand». Die Straße ist breit und frei, sodass sich der S60 endlich die Füße vertreten kann, und ich wähle den Modus Comfort. Damit werden die Fahrzeugeinstellungen so optimiert, dass wir noch komfortabler dahingleiten. Es geht mühelos und schnell voran, und bald türmt sich über uns das Felsmassiv Trollveggen auf. Als höchste Steilwand in Europa ist es ein weiteres Beispiel für das Riesenhafte der Landschaft in diesem Teil Norwegens – man fühlt sich der Natur ausgeliefert. Sicher und behaglich aufgehoben im Inneren des S60 drehen wir um und machen uns auf zu unserem Nachtquartier, der Stadt Molde.

Als wir im Dorf Vevang ankommen, öffnet sich plötzlich der Himmel, als näherten wir uns einer Kante. Und dann sehen wir sie vor uns in der Ferne – die unverwechselbare Silhouette der Storseisund-Brücke. Genauso schnell neigt sich die Straße, und die Brücke verschwindet wieder. Jetzt will ich rasch dorthin, drücke aufs Gaspedal, und der Motor des T6 spricht kraftvoll an. Es geht noch um ein paar Kurven, dann werden die Häuser rechts und links der Straße immer weniger. Plötzlich sind wir von Wasser umgeben. Das ist die Atlantikstraße – ein 8,3 Kilometer langes Zeugnis von Erfindergeist und Entschlossenheit. Die 1986 nach einer Bauzeit von sechs Jahren eröffnete Straße verbindet eine Inselgruppe mit dem Festland: Wo früher nur Wasser war, gibt es heute eine Straße.

Allein schon die Straße ist bemerkenswert, aber ihr Prunkstück ist die Storseisund-Brücke. Von Süden aus wirkt sie auf den ersten Blick eher wie ein Turm als eine Brücke, die Straße schwingt sich nach vorne-oben und scheint in der Luft zu enden. Es ist sofort klar, weshalb sie gern die «Straße ins Nichts» genannt wird. Beim Näherkommen zeigt sich das wahre Profil der Brücke, und die Illusion verfliegt. Ihre 8 Prozent Steigung sind dennoch eine beunruhigende Aussicht, aber der S60 bewältigt sie kraftvoll und mühelos, dank der ausgefeilten Federung vollkommen stabil, auch auf der steilen Rampe mit immer stärkeren Seitenwinden.