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Die Alchemie des Leders

Seit mehr als dreissig Jahren wird das Innere der Fahrzeuge von Volvo mit dem feinsten Leder des schottischen Herstellers Bridge of Weir ausgestattet. Und hinter jedem edlen Stück von Bridge of Weir stecken mehr als ein Jahrhundert Handwerkskunst, Wissen und Können. Nicht umsonst gilt es vielfach als das feinste Leder für Automobile überhaupt. Warum wäre es auch sonst in Ihrem Volvo?

Teil einer noblen Tradition

Mit der Concorde durch die Lüfte, in See stechen mit der Queen Elizabeth II (QE2) oder stilvoll aus dem Pariser Gare de l’Est gleiten mit dem Orient Express: Ikonische Bilder von Luxusreisen, aus einer Zeit, wo keine Kosten gescheut wurden, um den Passagieren das Reisen so bequem und elegant wie möglich zu machen. Und auch wenn diese Bilder aus vergangenen Zeiten stammen, sehnen wir uns bis heute nach Luxus und Komfort – und das am meisten in unseren Fahrzeugen. Wie also lässt sich heute das gleiche Gefühl von Luxus erfahren? Das Geheimnis steckt im Leder.

Die Concorde, die QE2 und der Orient Express wurden oben nicht zufällig erwähnt. Sie sind allesamt Beispiele für luxuriöses Reisen erster Klasse, aber sie haben noch etwas gemeinsam: die exquisiten Bezüge aus feinstem Leder von Bridge of Weir. Gegründet 1905 mit Sitz am Stadtrand von Glasgow ist Bridge of Weir heute der weltweit älteste eigenständige Hersteller für Automobilleder. Als echtes Familienunternehmen durch und durch lassen sich seine Wurzeln bis ins Jahr 1758 zurückverfolgen, und heute arbeiten dort Familienmitglieder in der sechsten, siebten und achten Generation, allesamt Spezialisten für Leder. So ist ein einmaliger Herstellungsprozess für Leder entstanden, traditionsreich und geprägt durch Fähigkeiten, die seit Generationen weitergereicht werden.

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Es begann mit dem Volvo 740

«Jeden Samstagmorgen nahm mich mein Grossvater mit in die Fabrik. Ich bin in der siebten Generation dabei, seit 1758 alles anfing, es liegt mir also im Blut», erklärt der Vertriebsleiter von Bridge of Weir, Jamie Davidson, dessen Urgrossvater Arthur Muirhead das heutige Unternehmen im Jahr 1905 gründete. Aber was war der Anfang der Zusammenarbeit zwischen Volvo Cars und Bridge of Weir? 

«Angefangen haben wir 1983 mit dem Volvo 740», erzählt Jamie. «Wir lieferten einfarbige Lederbezüge, wie sie ja heute die meisten Fahrzeuge haben, aber dann entwickelten wir etwas Interessantes, einen zweifarbigen, fast wolkenähnlichen Effekt auf dem Leder. So wirkte es leicht edel abgenutzt, wie ein antiker Sessel, der mit dem Alter immer besser wird.» Die nächste Stufe der Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen begann jedoch mit der Arbeit von Bridge of Weir einem anderen Volvo-Modell. «Die grosse Wende kam mit dem Volvo 850. Wir waren der einzige Zulieferer, was sehr ungewöhnlich war. Aber zu dem Zeitpunkt vertraute uns Volvo so sehr, dass wir den Zuschlag für alle Farben für dieses Fahrzeug erhielten. Damit stand unsere Beziehung auf festen Füssen.» 

Aber Jamie ist überzeugt, dass die Zusammenarbeit zwischen Volvo Cars und Bridge of Weir tiefer geht. «Ich glaube, wir haben viel gemeinsam. Volvo steht für «Qualität, Umweltbewusstsein und Sicherheit.» Und ich kann wohl sagen, dass diese Werte auch für uns wichtig sind. Es gibt auch viel Ähnliches zwischen den Einwohnern von Göteborg und denen von Westschottland/Glasgow, beides Standorte für Schwermaschinenbau und Schiffsbau – und sie haben sogar einen ähnlichen Humor.»

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Technologie trifft Tradition

«Bei der Innenausstattung von Fahrzeugen haben die Kunden heute viele Wünsche», meint Debra Choong, Head Designer bei Bridge of Weir. «Sie schauen auf Details, auf individuelles Design, aber auch auf Bequemlichkeit. Im Fahrzeug verbringt man sehr viel Zeit – es ist wie ein zweites Wohnzimmer – und Komfort ist wichtig.» Aber worauf schaut Volvo Cars bei Leder? «Volvo will sehr weiches, natürlich aussehendes Leder», erklärt Debra. «Und gleichzeitig haben sie hohe Erwartungen bei der Haltbarkeit.» Jamie erklärt, dass die Entwicklung einer Lederqualität nach den Anforderungen des Designers nur der Anfang ist. «Wenn Ästhetik, Ausstrahlung, Farbe und Griffgefühl stimmen, wird das Leder in unserem Labor getestet. Eine weitere Herausforderung, denn die Spezifikationen von Volvo sind zu Recht sehr streng.» Bridge of Weir hat ein voll eingerichtetes Labor am Firmenstandort, wo täglich eine breite Palette an Tests durchgeführt werden kann. Dazu gehören Prüfungen zu Emissionen, Haltbarkeit, Abriebfestigkeit und ob das Leder die Scheiben beschlagen lässt. Aber es werden auch jährlich besonders harte Tests durchgeführt, bei denen Lederstücke über acht Wochen in einer Klimakammer liegen, um zu überwachen, wie gut die Lederzurichtung extrem hohen und extrem niedrigen Temperaturen standhält. Beruhigend zu wissen, dass beim Test der Materialien für Ihren Volvo nichts dem Zufall überlassen wird.

Schwerpunkt Nachhaltigkeit

Volvo Cars und Bridge of Weir arbeiten nun seit über dreissig Jahren zusammen. Und während dieser Zeit haben beide Unternehmen grosse Veränderungen durchlebt. Nicht nur das Design hat sich gewandelt, auch die Herstellungs- und Verarbeitungsverfahren. Jamie erzählt weiter: «Früher haben wir alles Leder chromgegerbt, das Standardverfahren in der Schuh- und Bekleidungsindustrie. Aber in der Zusammenarbeit mit Volvo haben wir ein chromfreies Leder entwickelt, das pflanzlich gegerbt wird auf Basis natürlicher Wirkstoffe von Kastanie, Mimose und Tara.» Die chromfreie Gerbung ist nicht nur gesünder für Allergiker, sondern auch besser für die Umwelt.

In den Schutz der Umwelt investiert Bridge of Weir seit langem viel Zeit und Ressourcen – und ist heute der Lederhersteller mit dem kleinsten CO2-Fussabdruck der Welt. Bridge of Weir hat sogar eine eigene, selbst finanzierte Energierückgewinnungsanlage. Die patentierte Weltneuheit erzeugt aus den Abfällen der Lederfabriken thermische Energie und trägt entscheidend zum Unternehmensziel bei, hochwertiges Leder mit geringem CO2-Fussabdruck zu produzieren. «Ich bin sehr stolz, dass Bridge of Weir ein zukunftsgerichtetes Unternehmen ist. Wir müssen nachhaltig wirtschaften», meint Jamie. Nachhaltigkeit schliesst für Bridge of Weir auch das Tierwohl mit ein. Das Unternehmen ist stolz darauf, Häute nur bei Erzeugern zu kaufen, die sich an die international anerkannten fünf Freiheiten des Tierschutzes halten.

Pläne für die Zukunft, stolz auf die Vergangenheit

Es ist aber nicht nur die zukunftsorientierte Einstellung zur Umwelt, dank derer das Unternehmen für die Zukunft gut aufgestellt ist, findet Jamie. «Wir haben die Tradition, das Rohmaterial und wir haben die besten Leute. Wir sind sehr innovativ und wollen immer einen Schritt voraus sein. Aber am Wichtigsten: Wir wollen ein Leder entwickeln, von dem die Kunden noch gar nicht wissen, dass sie es brauchen.» 

Und was ist mit der Vergangenheit? Auf welche Kunden von Bridge of Weir sind Jamie und Debra am stolzesten? Abgesehen von Volvo Cars natürlich. «Es war zwar etwas vor meiner Zeit, aber ich bin begeistert von dem, was Bridge of Weir für die Möbeldesigner Charles und Ray Eames gemacht hat», meint Debra. «Als ich studiert habe, waren das für mich einfach Designvorbilder. Und deshalb bin ich sehr stolz, dass wir Teil ihrer Geschichte sind.» Und Jamie? «Mein Favorit ist das Leder für das britische Parlament, denn das konnte man bei politischen Berichten täglich im Fernsehen sehen. Das rote Leder im Oberhaus und das grüne im Unterhaus stammen von uns. Darauf war ich sehr stolz.» 

Gut genug für die QE2, gut genug für die Concorde und gut genug für Ihren Volvo. Leder von Bridge of Weir steht für Qualität, Design und Innovation. Auf die nächsten dreissig Jahre!