Umwelt

Unsichtbarer, lebenswichtiger Luxus

Die Experten vom Volvo Cars Interior Air Quality Testing Team prüfen die Innenraumluft um uns herum auf Schadstoffe, die wir nicht sehen können. Und so fühlt sich das Einsteigen in Ihren Volvo immer an wie ein Aufatmen in frischer Luft. 

Kenneth Anderson

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Zusammenspiel der Elemente

Schliessen Sie kurz die Augen und stellen Sie sich die einzelnen Elemente der Innenausstattung Ihres Volvo vor. Was sehen Sie? Sitze, Armaturenbrett, Fussmatten, Getränkehalter, Handschuhfach, Schaltknöpfe – die Liste ist lang. Alle einzelnen Elemente sind so entworfen, dass sie harmonieren und für Sie angenehm sind. Aber aus welchen Materialien bestehen sie – wer sorgt dafür, dass diese zusammen passen und gut für Sie sind? Die Antwort liegt bei Fachleuten wie Annelie Synnerdahl und Hanna Sundqvist.  

Zusammengerechnet arbeiten Annelie und Hanna 47 Jahre als Prüftechnikerinnen bei Volvo Cars. Anzunehmen also, dass sie über die Beschaffenheit der Innenraumluft eines Volvos gut Bescheid wissen. Gemeinsam sind sie verantwortlich für die Analyse der Materialien im Innenraum von Volvos, um sicherzustellen, dass sie frei von schädlichen Ausdünstungen und Gerüchen sind – und bleiben. Aber wie geht das, und wie sieht ein typischer Arbeitstag aus, um für möglichst saubere Innenraumluft zu sorgen? 

«Bei uns laufen ständig so viele verschiedene Tests, dass es eigentlich den typischen Arbeitstag gar nicht gibt», meint Annelie. 

Bei den Tests sind Annelie und Hanna von Anfang bis Ende eingebunden – von der ersten Entwicklungsphase bis zum Moment, wo ein Fahrzeug als «sauber» freigegeben wird und bereit ist für die Strasse.

«Wir testen alles», erklärt Hanna, «von winzigen Fragmenten und Kleinteilen wie Getränkehalter, Dichtungen oder Schaltern bis zu grösseren, komplexeren Teilen wie Konsolen und Fussmatten. Ausserdem testen wir das gesamte Fahrzeug im Sonnensimulator und manchmal auch auf der Strasse.» Aber ganz gleich, welcher Test, ihre Arbeit ist erst erledigt, wenn sie sich komplett vergewissert haben, dass die Innenraumluft sauber ist. 

«Nach einer Weile erkennt man den Geruch von bestimmten Dingen wie Gummi oder Leder – sogar bestimmte Chemikalien lassen sich erschnuppern.» 

Hanna Sundqvist

Das Volvo Cars Interior Air Quality Testing Team

Wissenschaft und Geruchssinn

Um Schadstoffe aufzuspüren, nutzen Annelie und Hanna ihr langjähriges Fachwissen, ihren hoch entwickelten Geruchssinn und die Testausrüstung im Labor. «Beim Test von Fussmatten etwa legen wir die ganze Matte in die Emissionskammer und erwärmen sie auf 65°C», erklärt Hanna. Emissionskammern verwenden die beiden, um Konzentrationen unerwünschter Stoffe im Material zu ermitteln. «Nach einer bestimmten Zeit entnehmen wir eine Luftprobe aus der Kammer. Sind flüchtige Substanzen nachweisbar, nehmen wir Proben und bringen sie zur weiteren Untersuchung ins Labor.» Das ist ein komplexer, langwieriger Prozess, der viel Geduld und Aufmerksamkeit für Details fordert. 

Aber wonach suchen Hanna und Annelie eigentlich, und wie unterscheiden sie zwischen schädlich und unbedenklich? «Bestimmte Substanzen sind als besonders schädlich bekannt. Davon wollen wir natürlich gar keine Spuren im Fahrzeug haben», meint Hanna. «Andere sind relativ harmlos, können aber trotzdem Kopfschmerzen oder Benommenheit auslösen, wenn man längere Zeit hohen Konzentrationen ausgesetzt ist. Deshalb achten wir darauf, dass die Menge immer deutlich unterhalb der Grenzwerte liegt.» Sich auf dem neusten Stand zu halten bezüglich Emissionsregelungen ist ein weiterer wichtiger Teil der Arbeit – und zwar in Bezug auf weltweite Vorschriften und die strengen internen Regeln von Volvo. 

Bessere Sicht

Um sicher zu fahren, zählt die freie Sicht auf Fahrzeugumgebung und Strasse zum Wichtigsten überhaupt ­ und Volvo sorgt für freie Sicht. Das haben Annelie und Hanna bei ihren Tests immer im Hinterkopf. Um sicherzustellen, dass Sie in Ihrem Volvo stets freie Sicht haben, führen sie umfassende Tests zum so genannten Fogging durch. 

«Beim Fogging reagieren bestimmte Materialien im Fahrzeuginnern mit Wärme – in erster Linie Sonnenlicht – und geben Substanzen ab, die sich auf den Scheiben niederschlagen», erklärt Annelie. Aber Fogging behindert nicht nur die Sicht, sondern ist auch ein Vorbote verborgener Gefahren. «Fogging an der Frontscheibe ist auch ein Zeichen, dass in der Luft Stoffe sind, die man vielleicht besser nicht einatmen sollte», erläutert Annelie. «Zum Beispiel gibt es einige weit verbreitete Phtalate (Weichmacher, die Kunststoffe biegsamer, haltbarer und strapazierfähiger machen), die sehr ungesund sind. Diese Phtalate dürfen in Volvo-Bauteilen nicht enthalten sein.»

Das Schnupperteam

Neben dem Ermitteln von Schadstoffen sind Annelie und Hanna Expertinnen darin, unangenehme oder unnötige Gerüche ausfindig zu machen. Und genau diese Fähigkeit hat ihnen den Spitznamen «Schnupperteam» gesichert. «Nach einer Weile erkennt man den Geruch von bestimmten Dingen wie Teppiche, Gummi oder Leder – sogar bestimmte Chemikalien lassen sich erschnuppern», meint Hanna. 

Die Anwesenheit eines Geruchs bedeutet aber nicht unbedingt, dass ein Gesundheitsrisiko besteht. «Es gibt stark riechende, aber völlig harmlose Substanzen, und hochgiftige Stoffe, die vollkommen geruchlos sind», erklärt Annelie. «Aber wenn etwas schlecht riecht, ist es interessant, herauszufinden, welcher Bestandteil den Geruch verursacht.» Und wer entscheidet, ob etwas gut oder schlecht riecht? «Geruch ist immer subjektiv», meint Hanna. «Deshalb ist ein gewisser Geruch auch in Ordnung. Er darf aber niemals den Fahrer ablenken oder sich insgesamt negativ auf das Fahrerlebnis auswirken.» 

Oft ist zu hören, dass unterschiedliche Gerüche sich auf die Stimmung auswirken und unsere subjektive Wahrnehmung beeinflussen. Was meinen Annelie und Hanna als Expertinnen dazu? «Ich bin ganz sicher, dass Gerüche unser Wohlbefinden allgemein stark beeinflussen – nicht nur im Fahrzeug», so Annelie. «Assoziationen, Erwartungen, sogar die Stimmung den Tag über kann durch Gerüche beeinflusst werden. Deshalb ist es so wichtig, dass die Innenraumluft bei unseren Fahrzeugen ebenso gut ist wie das Fahrzeug insgesamt.» 

Probleme beheben

Wie bei einem so wichtigen und sensiblen Thema leicht vorstellbar, hat das Interior Air Quality Testing Teams sehr hohe Qualitätsansprüche. Was also, wenn ein Produkt nicht den strengen Anforderungen von Volvo Cars entspricht? «Oft lassen sich Materialien austauschen oder etwas bei der Herstellung ändern, um die Emissionen zu senken, aber manchmal muss das Produkt von Grund auf geändert werden. Danach beginnt das Testen von vorne.» 

Das klingt nach mühsamer Arbeit, aber Annelie und Hanna sagen beide, dass sie Spass daran haben – besonders, wenn ihr Beitrag ein Konzept beeinflusst oder ein Projekt in eine aufregende neue Richtung steuert. 

Ein weiteres Fahrzeug besteht den Test.

Wie sieht die Zukunft aus?

Bei weltweit steigenden Emissionen wird die Arbeit von Experten wie im Volvo Cars Interior Air Quality Testing Team immer wichtiger und ihr Wissen immer wertvoller. Was also bringt ihrer Meinung nach die Zukunft, was die Luftqualität in Fahrzeugen angeht? 

«Wahrscheinlich wird es mehr leichtgewichtige und recycelte Materialien geben. Wir aber konzentrieren uns darauf, dass im Innenraum jedes Volvo nur die besten Materialien verbaut werden.»
Wenn Sie also das nächste Mal in Ihr Fahrzeug einsteigen, halten Sie einfach kurz inne, atmen Sie tief durch und geniessen Sie den unsichtbaren Luxus frischer, sauberer Luft.