Friede auf dem Walenstadtberg

Beim Betreten des monumentalen Paxmal fühlt man sich, als würde man durchs antike Rom schreiten. Die mosaikverzierten Seitenwände bilden eine offene Halle, im zentralen Wasserbecken spiegelt sich der Himmel. Dahinter eine Tempelfassade mit sechs Säulen, unter dem Giebel prangen drei Lettern: PAX - Peace. Statt Friedenstauben singen Amseln. Wir befinden uns nicht im Forum Romanum, sondern an den Südhängen der Churfirsten mit Wanderschuhen an den Füssen. Der Blick schweift hinunter auf den tiefblauen Walensee.
An diesem Ort liegt eine stille Energie und Kraft förmlich spürbar. So muss es auch dem Schöpfer des Paxmal Karl Bickel ergangen sein, als er 1913 hierherkam. Der 1886 in Zürich-Hirslanden geborene Künstler war gelernter Lithograf und erfolgreicher Werbegrafiker. Mit 26 Jahren unternahm er eine Bildungsreise nach Italien und war tief beeindruckt von den antiken Bauten und Michelangelos Renaissance-Skulpturen. Im Marmor-Mekka Carrara lernte er die Kunst der Bildhauerei, erkrankte dann aber an Tuberkulose und kam so nach Walenstadtberg in die Kur.

Durch die imposante Gebirgswelt entwickelte er eine tiefe Naturverbundenheit und Visionen einer friedlichen Welt. Er gelobte schliesslich, ein Friedensmal zu erbauen, sollte er von der Krankheit genesen. 1924 liess er sich definitiv in Hochrugg-Schrina nieder und begann sein Lebenswerk nach römischem Vorbild. 1949 war es vollendet. Das Paxmal ist heute ein stiller, utopischer und doch realer Ort des Friedens.

Aktivitäten rund um die Destination

(1) Museumbickel: Eintauchen in die Welt und Werke Karl Bickels. In der Ausstellung «landauf – landab» werden diese aktuell neben zeitgenössischen Werken von Bettina Mürner und Gian Häne gezeigt. (2) Walenstadtberg: Erst Kultur, dann Natur – Wanderschuhe schnüren und hoch den Berg! (3) Alp Tschingla: 728 Höhenmeter später im gemütlichen Bergbeizli Mittagsrast machen. (4) Paxmal: Dem Alpund Kulturweg Schrina hinunter zum Paxmal folgen. Einfach zur Ruhe kommen und den Moment geniessen. (5) Lago Mio: Von Walenstadt mit dem Schiff nach Weesen fahren. Im Lido und Ristorante Lago Mio die müden Füsse baden und bei einem Campari den Tag ausklingen lassen.

Rom

Musik

Zweimal spielte Vivaldi in Rom für den Papst. Seine Violinkonzerte «le quatro stagioni» gehören zu den genialsten und meistaufgeführten Barockwerken. Wenige wissen jedoch, dass die virtuosen Klänge Naturphänomene imitieren. Eine wahre Legende ist Ennio Morricone. Er hat Musik für über 500 Filme verschiedenster Genres geschrieben, von Italowestern wie «Spiel mir das Lied vom Tod» bis hin zu «Karol, ein Mann der Papst wurde». 2007 erhielt er einen Ehrenoscar für sein Lebenswerk.

Literatur

Wie Augustus zum ersten römischen Kaiser wurde und eine langanhaltende Phase des inneren Friedens, die Pax Romana, initiierte, erzählt die spannende Biografie Augustus: Aufrührer, Herrscher, Heiland von Althistoriker Prof. Dr. Werner Dahlheim.

Film

«Il maestro» Federico Fellini hat mit dem Schwarzweissfilm «La Dolce Vita» (1960) einen hell leuchtenden Fixstern am internationalen Kinohimmel geschaffen. Die Kussszene im Trevi-Brunnen hat Kultstatus. Eine fulminante und quirlige Liebeserklärung an die ewige Stadt ist auch Woody Allens Romantikkomödie «To Rome with Love». Dazu einen Espresso geniessen. Am besten stilecht mit einer Bialetti Moka Express gebraut.

Danksagung und Credits

Headerbild: gettyimages.com, 1. Bild: gettyimages.com, Karte: @swisstopo (JMI190029), Illustrationen: Atelier Cartographik, cartographik.com, Texte: Transhelvetica