Technologie

Die Psychologie der Sicherheit

Mit dem V60 macht Volvo Cars einen weiteren grossen Schritt in die Zukunft des Fahrens Wir sprechen mit Malin Ekholm vom Volvo Cars Safety Centre und erfahren, warum Volvo Sicherheit ganzheitlich betrachtet.

TEXT: IAN DICKSON

«Ich fände es grossartig, wenn man sich in einem Volvo so sicher fühlt, dass man gar nicht über Sicherheit nachdenken muss», meint Malin Ekholm. Das mag seltsam klingen angesichts der Tatsache, dass Malin Vice President des Volvo Cars Safety Centre ist. Aber gerade wegen ihrer Arbeit in einer Abteilung, die grossen Einfluss im gesamten Unternehmen hat, ist sie überzeugt, dass Sicherheit viel mehr ist als nur Technologie. Es geht vielmehr, sagt sie, um ein Gefühl – einen Gemütszustand.

«Nehmen wir zum Beispiel unsere Sitze. Die Ergonomieabteilung stellt sich zuerst die Frage, wie sich der denkbar komfortabelste Sitz bauen lässt», erklärt Malin. Denn wer bequem sitzt, legt auch den Sicherheitsgurt an. Sicherheit beginnt genau hier – beim Verstehen von Bedürfnissen und davon ausgehend der Entwicklung von Sicherheitstechnologie.»

Sie findet, dass Sicherheit bedeutet, es Menschen im Fahrzeug bequem zu machen und ihnen das Gefühl von Kontrolle zu vermitteln. «Sicherheit schenkt Selbstvertrauen, und in diesem Zustand funktioniert die Interaktion mit dem Fahrzeug besser. Und wenn dann noch Komfort dazukommt, haben Sie ein Fahrzeug, das für Sie da ist.»

Als Beispiel nennt Malin die Vorbereitung der Fahrt noch vor dem Einsteigen. Mit der Volvo-On-Call-App können Sie Ihren Kalender an das Navigationssystem Ihres Volvos senden. So weiss Ihr Fahrzeug, wo Sie hinwollen und wie lange es dauert, noch ehe Sie sich ans Steuer setzen. Und sollte ein Unfall passieren, hilft Volvo On Call, indem es den Rettungsdienst informiert. «Es geht darum, beim täglichen Fahren Stress und Belastungen abzubauen, indem wir das Gefühl von Kontrolle, Selbstvertrauen und Unterstützung schaffen, wie es Kunden von Volvo suchen», meint sie.

Sicherheit zieht sich durch jeden Aspekt des Fahrzeugs – vom Design über das zuverlässige Fahrgefühl bis hin zum Auswählen und Abspielen von Musik. «Das Fahrzeug soll den Fahrer unterstützen und ihm helfen, sich aufs Fahren zu konzentrieren», erklärt Malin. Deshalb arbeitet die Sicherheitsabteilung eng mit den anderen Abteilungen bei Volvo Cars zusammen. Zum Beispiel die Fahrzeugdynamik – wer das Gefühl von Kontrolle hat, ist entspannter. Und wer entspannter ist, kann besser denken und reagieren.

«Indem wir so intensiv forschen, können wir Sicherheit und Bedienung ganz auf den Menschen abstimmen.»

MALIN EKHOLM

Vice President, Volvo Cars Safety Centre

Was ist also das Geheimnis hinter der Arbeit von Volvo Cars? Forschung und Daten – in grossen Mengen – und ein genaues Verständnis, wie und wo Menschen in Fahrzeugen von Volvo unterwegs sind. Alles beginnt mit der Erhebung realer Daten, wie Malin erklärt. Seit 1970 gibt es im Volvo Cars Safety Centre am Firmensitz in Göteborg eine Abteilung für Unfallforschung. Die Mitarbeiter sind täglich rund um die Uhr in Bereitschaft und fahren zu jedem Unfall mit Beteiligung eines Volvo im Umkreis von einer Stunde Anfahrt. Vor Ort stellen sie genaue Untersuchungen an und erfassen Ereigniskette, Strassenbedingungen, Verkehrslage, Uhrzeit und etwaige Verletzungen. Das bedeutet, dass Volvo Cars ein sehr genaues Bild realer Unfälle zeichnen kann, und diese Erkenntnisse fliessen in die Entwicklung zukünftiger Modelle ein. «Indem wir so intensiv forschen, können wir Sicherheit und Bedienung ganz auf den Menschen abstimmen», sagt Malin.

Natürlich blickt Volvo Cars auch auf das grosse Ganze, wertet Statistiken aus aller Welt aus und arbeitet mit Behörden zusammen. «Wir müssen das ganze Bild sehen. Und wenn wir ein globales Thema erkennen, das es anzugehen gilt, können wir dazu detailliert forschen», meint sie weiter. Genau dieser Ansatz – Biomechanik und menschliches Verhalten erforschen, fragen, was Menschen in Gefahr bringt, welches die häufigsten Unfallarten sind – ist die Basis für Volvo Cars’ kontinuierliche Innovation bei der Sicherheit. Und über das bahnbrechende Projekt E.V.A-Initiative teilt Volvo Cars nun sein Sicherheitswissen mit allen. Ein Wissen, das unsere Strassen sicherer machen wird, für alle.

Sicherheit im neuen V60

Malin Ekholm erwähnt drei Sicherheitsinnovationen im V60.

City Safety

City Safety erkennt andere Fahrzeuge, Fussgänger, Radfahrer und grosse Tiere auf der Strecke – sogar nachts. Es warnt vor Gefahren, und wenn Sie nicht reagieren, bremst City Safety automatisch, um einen Aufprall zu verhindern oder abzumildern. Es kann auch helfen, Hindernisse auf der Fahrbahn zu umfahren und entgegenkommenden Fahrzeugen auszuweichen. Und im V60 gibt es als Weltneuheit eine neue Funktion von City Safety, den Spurhalteassistent für den Gegenverkehr mit Notbremsung, der unvermeidbare Kollisionen abmildert, indem er automatisch bremst, wenn Ihnen ein Fahrzeug auf der falschen Strassenseite entgegenkommt.

Run-off Road Mitigation

Der Spurhalteassistent Run-off Road Mitigation hält Sie immer sicher auf der Strasse. Ermittelt dieses innovative System, dass Sie von der Fahrbahn abzukommen drohen, sorgt es mit Lenkeingriffen und wenn nötig auch mit einem Bremseingriff dafür, dass Sie auf der Strasse bleiben.

Cross Traffic Alert

Beim rückwärts Ausparken hilft die Querverkehrwarnung mit Notbremsassistent, Kollisionen zu vermeiden. Sie macht auf sich nähernde Fahrzeuge, Radfahrer und Fussgänger auf allen Seiten aufmerksam und bremst bei unmittelbar drohendem Aufprall.