Die E.V.A.-Initiative

Im Fahrzeug sollten alle den gleichen Schutz geniessen

Manche Menschen sind im Strassenverkehr weniger sicher als andere. Es ist deshalb Zeit, unser Wissen aus mehr als 40 Jahren Sicherheitsforschung zu teilen – um Fahrzeuge für alle sicherer zu machen. Nicht nur für den Durchschnittsmann.

Gemeinsam machen wir alle Autos für jeden gleich sicher

Wenn eine Frau sich ans Steuer setzt, geht sie davon aus, sicher unterwegs zu sein. Und doch nutzen noch 2019 die meisten Hersteller beim Fahrzeugbau ausschliesslich die Daten männlicher Crashtest-Dummys. Aus diesem Grund tragen Frauen bei Verkehrsunfällen ein höheres Verletzungsrisiko als Männer.

Nicht aber in einem Volvo. Unsere Abteilung für Unfallforschung trägt seit den 1970er-Jahren reale Daten zusammen, um die Vorgänge bei einem Aufprall besser zu verstehen. Bei Volvo sehen wir, dass Frauen und Männer in diesen Daten gleichermassen repräsentiert sind. Und deshalb finden wir, das muss auch bei Tests so sein. Mit E.V.A. teilen wir nun die Ergebnisse aus mehr als 40 Jahren Forschung. Wir geben sie allgemein zum Download frei und hoffen, dass damit jedes Fahrzeug sicherer wird. Denn bei Volvo wird immer der Mensch im Mittelpunkt stehen.

«Durch die Erhebung realer Daten über viele Jahre konnten für verschiedene Unfälle die typischen Verletzungen bei Männern, Frauen und Kindern ermittelt werden»



erklärt Dr. Lotta Jakobsson, Senior Technical Specialist im Volvo Cars Safety Centre.

Das Ergebnis aus mehr als 40 Jahren Forschung

1970 wurde die Abteilung für Unfallforschung bei Volvo gegründet. Seitdem hat sie Daten von mehr als 40 000 Fahrzeugen und 70 000 Passagieren zusammengetragen und ausgewertet. Daraus entstanden viele der innovativen Systeme, die heute in unseren Fahrzeugen zu finden sind. 

Dieser Sitz reduziert das Risiko für Schleudertraumen um die Hälfte

Bei Frauen ist das Risiko für Schleudertraumen höher als bei Männern, bedingt durch Unterschiede bei Anatomie und Körperkraft. Nicht aber in einem Sitz von Volvo. Dank unserem Schleudertrauma-Schutzsystem (WHIPS) mit besonders stabiler Kopfstütze und ausgeklügeltem Sitzdesign zum Schutz von Kopf und Wirbelsäule verzeichnen wir beim Schleudertrauma-Risiko keinen Unterschied mehr zwischen Männern und Frauen.

Intelligenter Schutzschild

Wegen Unterschieden bei Rumpfanatomie und Körperkraft tragen Frauen bei Autounfällen ein höheres Risiko für Brustkorbverletzungen als Männer. Für optimalen Schutz haben wir unsere Fahrzeugkonstruktion, Sicherheitsgurte und Airbags kontinuierlich weiterentwickelt, um die auf die Insassen einwirkenden Kräfte möglichst gering zu halten. Das Seitenaufprall-Schutzsystem SIPS etwa, eine Innovation von Volvo, interagiert auf intelligente Weise für insgesamt mehr Sicherheit. Zusammen mit den Seitenairbags reduziert SIPS schwere Brustkorbverletzungen für alle Mitfahrenden um mehr als 50%.

Schutz für jeden Kopf

Auch bei seitlichen Aufprallen brauchen Frauen besonderen Schutz. Je kleiner eine Person ist, desto tiefer und näher am Lenkrad die Sitzposition – das macht den aufblasbaren Vorhang über das ganze Fenster zum lebenswichtigen Sicherheitsmerkmal.

Zusammen mit SIPS reduziert dieser seitliche Vorhangairbag (Inflatable Curtain, IC) das Risiko von Kopfverletzungen um rund 75%. In 1/25 Sekunde ist er entfaltet und schützt den Kopf vor dem Aufprall mit Objekten ausserhalb des Fahrzeugs und anderen Gegenständen. Es war das erste Airbagsystem mit verbessertem Schutz für Insassen vorne und hinten und ein entscheidender Schritt weiter beim Seitenaufprallschutz.

Der wirksamste Lebensretter im Verkehr

Ein Verkehrsunfall kann allen passieren. Bis heute hat unser Sicherheitsgurt mehr als 1 Million Leben gerettet. Er schützt alle – unabhängig von Grösse, Geschlecht oder Körperumfang. Eine Gruppe aber ist im Vergleich zu anderen einem besonderen Risiko ausgesetzt: schwangere Frauen.

Als eine der wichtigsten Erfindungen zur Verkehrssicherheit bietet unser Sicherheitsgurt hervorragenden Schutz bei allen Arten von Unfällen. Um mehr zum Schutz von Müttern und Ungeborenen herauszufinden, haben wir den weltweit ersten schwangeren Crashtest-Dummy entwickelt. Es ist ein Computermodell, an dem sich unter anderem erforschen lässt, wie Passagiere sich bewegen und welche Auswirkungen Sicherheitsgurt und Airbag auf Frau und Fötus haben.

«Fahrzeuge werden von Menschen bedient. Deshalb ist und bleibt für Volvo der Leitgedanke bei allem, was wir tun, die Sicherheit.»



Gustaf Larson, Mitgründer von Volvo

MEHR ERFAHREN

So machen Unfälle Fahrzeuge sicherer für alle

Seit den 1950er-Jahren haben wir anhand echter Unfälle mehr als 43 000 Fahrzeuge mit 72 000 Insassen studiert. Die Ergebnisse sind in viele innovative Systeme eingeflossen, wie WHIPS, SIPS und zahlreiche Sicherheitsprodukte für Kinder. Nun haben wir über 100 Forschungsarbeiten zusammengestellt und zum allgemeinen Download freigegeben. Wir hoffen, dass damit Fahrzeuge für alle sicherer werden– unabhängig von Geschlecht oder Körpergrösse.

E.V.A. – Equal Vehicles for All

FAQ

  • Seit wann testet Volvo schon mit weiblichen Crashtest-Dummys?

    Weibliche Crashtest-Dummys setzen wir seit 1995 ein, zuerst den einzigen verfügbaren kleineren, weiblichen Frontalaufprall-Dummy, den HIII 5 Percentile Small Adult Female. 2001 kam der kleine Seitenaufprall-Dummy SID2s hinzu. Als weltweit ersten mittelgrossen weiblichen Crashtest-Dummy entwickelten wir Anfang der 2000er Jahre das virtuelle Modell einer Schwangeren. Zehn Jahre später waren wir als einziger Fahrzeughersteller an der Entwicklung des Dummys EvaRID beteiligt und konnten so die Familie der Crashtest-Dummys um ein mittelgrosses weibliches Modell ergänzen Es dient zur Beurteilung des Schleudertraumas bei Heckkollisionen.

  • Wie entwickelt Volvo Cars sichere Fahrzeuge anhand realer Daten?

    Seit 1970 werden in der statistischen Datenbank von Volvo Daten zu Volvo-Fahrzeugen in Schweden gesammelt. Ziel ist, einen grossen Korpus leicht abrufbarer Daten zu den Verletzungsarten zu schaffen, die bei bestimmten Unfällen auftreten. Die Ergebnisse lassen sich dann für die Praxis nutzen. Und weil wir diese Daten seit vielen Jahren auf die gleiche Weise erheben, konnten wir über die Jahre unsere Fortschritte übersichtlich erfassen und so die Erfolgsquote steigern.

  • Aus wie vielen Unfällen hat Volvo Cars Daten erhoben?

    Bei einer Vorstudie 1967 haben wir mit 28 000 Fällen begonnen. Seit 1970 haben wir mehr als 43 000 an echten Unfällen beteiligte Fahrzeuge mit 72 000 Insassen in unserer statistischen Datenbank erfasst. Ausserdem nutzen wir für unsere Analysen Daten aus verschiedenen Datenbanken weltweit.

  • Worin besteht das Know-how der E.V.A.-Initiative?

    Die Ergebnisse, die Sie im Rahmen dieses Projekts einsehen und herunterladen können, stammen aus über 100 Forschungsarbeiten. Es ist eine Zusammenstellung von Forschungsresultaten, die seit den 1950er Jahren hinter der Entwicklung von Sicherheitsinnovationen bei Volvo Cars stehen.

  • Was ist die Sicherheitsvision 2020 von Volvo?

    Dass niemand mehr in einem neuen Volvo ums Leben kommen oder schwer verletzt werden soll.

  • Muss ich in einem Volvo trotzdem noch einen Sicherheitsgurt tragen?

    Ja, der Sicherheitsgurt ist immer noch das wirksamste Mittel, um bei Verkehrsunfällen Leben zu retten und Verletzungen zu reduzieren. Ausserdem ist er in fast allen Ländern der Welt gesetzlich vorgeschrieben. Die Sicherheitsgurte von Volvo werden zudem ständig weiterentwickelt, um noch mehr Sicherheit für alle zu gewährleisten.

Sicherheit, die allen nutzt

Mit dem Bau von Fahrzeugen haben wir begonnen, weil wir überzeugt waren, dass niemand anderes Autos produzierte, die für schwedische Strassen sicher genug waren. Im Laufe der Jahre hat Volvo dieses Engagement für Sicherheit mit Erkenntnissen aus realen Unfällen unterfüttert. So entstanden ganz besondere Sicherheitsinnovationen – SIPS, WHIPS und aufblasbarer Vorhang (IC) – die heute in allen neueren Volvo-Modellen Standard sind.