Nachrichten

Mit Volvo in Charleston: Idylle und Hightech

Mit dem Volvo EX90 in South Carolina. Vom sehenswerten Charleston über lässige Strände und historische Plantagen bis ins hochmoderne Volvo Werk Ridgeville.

Kultur

EX90

Vor einem rosanen Haus steht seitlich ein Volvo EX90, im Vordergrund geht ein Mann vorbei

Lifestyle in Charleston: Ein Volvo EX90 vor einer typisch farbenfrohen Villenfassade.

Entdecken Sie den Volvo EX90

Wenn heutzutage doch nur alles so einfach wäre: Volvo baut sein Elektro-SUV in South Carolina (USA), dort, wo viktorianische Plantagenidylle, Spaß bei der Arbeit und hochtechnisierte Produktionen kein Widerspruch sind. Sondern eine ebenso gelungene, selbstverständliche Melange wie die Zutaten des Planters Punch. Den sie hier erfanden, im ehemaligen Planters Hotel in Charleston. Überhaupt Charleston, eine knappe Stunde vom Volvo Werk in Ridgeville entfernt, und so was wie die Perle der Südstaaten. Nicht umsonst besaß die 150.000-Einwohner-Stadt lange Zeit sogar den offiziellen Titel „Schönste Stadt der USA“, bevor sie aufgrund von Petitessen ein paar Plätze abgab. Aber hey, wen kümmert’s? Uns und die wunderschönen bunten Häuser des French Quarter jedenfalls nicht. Charleston gelingt es, seine Historie zu pflegen und offen rüberzubringen, ohne jemals ins Museal-Langweilige abzugleiten. Hier bist du einfach gerne, nicht nur wegen der 300 Sonnentage im Jahr.


Wobei wetterseitig dennoch keine Langeweile aufkommt, wie uns Annabel Allen erzählt. Sie ist heute unser Schlüssel zur Stadtgeschichte. Kam vor rund 20 Jahren als Au-pair aus Deutschland, lernte direkt ihren Traummann kennen und blieb. Und sie ist nicht einfach so Stadtführerin, sondern offiziell zertifizierter Guide. Was bedeutet, sie kennt jedes Detail und hat sich trotzdem eine offene Art bewahrt. Doch zurück zum Wetter: Das ist hier saisonal unterschiedlich. Es beginnt in den ersten Monaten mit der ruhigen Zeit, wo es noch kalt sein kann, mit etwas Glück aber schon entspannte 20 Grad am sonnigen Nachmittag, was wir aus eigener Erfahrung bestätigen.

Eine Frau und ein Mann gehen über einen Bürgersteig neben bunten Häusern in Charleston, bunt blühende Bäume ragen ins Bild.

Eine Stadt mit viel Geschichte und Geschichten. Damit kennt sich die zertifizierte Stadtführerin Annabel Allen bestens aus – und macht ein schnelles Kennenlernen von Charleston zum Vergnügen.

Schutz gegen Regen und Geister

Die Saison startet am 1. März. Frühling und Frühsommer sind am angenehmsten, erst im Hochsommer wird es durch die hohe Luftfeuchtigkeit anstrengend, erklärt Annabel. „Der heiße, schwüle Juli und August sind unser Winter, da kommt keiner.“ Mindestens einmal pro Jahr kommt dafür etwas anderes: Hurrikane. „Bei Stufe eins und zwei bleibst du, bei drei nimmst du die Kids und fährst los, am besten Richtung Norden.“ Der letzte verheerende Hurrikan (Hugo) wütete im Jahr 1989 mit Stufe vier. Wobei die Tropenstürme wegen des starken Regens bisweilen noch schlimmer sind. Was auch der Grund ist, dass viele Häuser außerhalb der Stadt auf Pfählen stehen, im Erdgeschoss befindet sich nichts außer Lamellenwände, damit das Wasser im Extremfall ungehindert hindurchfließen kann.


In der Stadt selbst waren Holzhäuser ab 1740 wegen der Brandgefahr verboten, eine geordnete Feuerwehr gab es erst ab 1835. Dafür nun Steinhäuser, die bei hoher Luftfeuchte und und Temperaturen von 40 Grad Celsius ein Schimmelproblem haben. Was wiederum der Grund ist für die längliche Bauweise mit Veranden und Fensterläden, die übrigens unten geschlossen und oben mit Lamellen ausgestattet sind. Alles für eine gute Luftzirkulation. Und damit keine unerwünschten Gäste durchs Eigenheim zirkulieren, ist die Tür zur Straße nicht die Haustür. Sie zeigt nur an, ob jemand zu Hause oder Besuch erwünscht ist. Die tatsächliche Haustüre ist die auf der Veranda. Deren Decke ist in der Regel blau gestrichen, um Geister davon abzuhalten, in die Schlafzimmer im ersten Stock vorzudringen. Geister hassen nämlich Wasser.

Blick von schräg hinten auf einen Volvo EX90, der vor einer Fassade aus Backstein und großen Fenstern steht

Ob bunt getünchte Holzhäuser, Backsteingebäude oder typische Südstaaten-Villen mit Säulen und Veranden, Charlestons Stadtkern erscheint wie aus dem Bilderbuch.

Wohlstand und schmucke Statussymbole

Übers Wasser kamen zur Kolonialzeit (von 1670 bis 1808) hingegen die Schiffe mit den Sklaven. 500.000 bis 750.000 sollen es über den Hafen von Charleston gewesen sein. Einer der Gründe für den Reichtum im Verhältnis zum ansonsten eher armen South Carolina, der bis heute anhält. Auch wegen der Industrie, die sich in der Metropolregion Charleston mit ihren rund 800.000 Einwohnern wohlfühlt. So baut Boeing dort unter anderem den Dreamliner 787, Bosch ist hier angesiedelt, zahlreiche Automobilmarken finden sich hier, wie eben Volvo. Was auch zur Autopopulation passt. Die Schweden, wie den Volvo XC60 und Volvo XC90, sieht man hier ähnlich häufig wie die deutschen Mitbewerber. Exotisch sind dagegen die Golf-Karts, die allerdings nicht elektrisch, sondern mit Benzin fahren. Als lässiges Innercity-Lifestyle-Statussymbol. Ansonsten fährt man in Charleston amerikanisch. Entweder Pickup Trucks oder jene Monster-SUV, mit denen Eltern ihre Kids zur Schule chauffieren.

Nahaufnahme einer rosa getünchten Hausfassade mit akkurat bepflanzten Blumenkästen

Schöne Gassen, gepflegte Häuser in freundlichen Farben und gern mit wohl arrangiertem Blumenschmuck – Charlestons historische Seite gibt sich überzeugend pittoresk.

Wir sind entspannt mit einem vollelektrischen Volvo EX90 unterwegs. Charlestons Stadtkern erkunden wir aber überwiegend zu Fuß, das ist hier am einfachsten. Jetzt, wo es angenehm warm und kaum jemand unterwegs ist, kann man entspannt durch die teils engen Gassen schlendern und sich am Ambiente und den Details erfreuen. Zum Beispiel den Blumenkästen (Flower Boxes), die stets nach dem gleichen Prinzip aufgebaut sind, wie uns Annabel erläutert: Filler, Thriller, Spiller. Also etwas für den Hintergrund, eine dominierende aufragende Pflanze in der Mitte und etwas zum Herunterhängen. Warum die Boxen alle so gepflegt aussehen? Nun, das ist hier so etwas wie ein inoffizieller Wettkampf um die schönsten Kästen.

»Wir sind entspannt mit einem elektrischen Volvo EX90 unterwegs. Charlestons Stadtkern erkunden wir aber überwiegend zu Fuß, das ist am einfachsten.«

| Jörn Thomas, Autor

Südstaaten-Stil mit Historie

Schöne Kästen? Gilt auch für die Hotels der Innenstadt, die zum größten Teil einen prächtigen viktorianischen Charakter pflegen mit Ziegelsteinen, hohen Decken, Ledersesseln und Messing-Style. Schick, ohne abgespreizten kleinen Finger. Wie die Townhouses, die damals den Plantagenbesitzern spätestens im Sommer als Rückzugsort dienten, wenn es draußen inmitten der Reis- und später Baumwollfelder nicht mehr auszuhalten war. 40 Grad Celsius bei 95 Prozent Luftfeuchtigkeit und jede Menge Alligatoren, Schlangen und Moskitos braucht niemand. So ließen es sich die wohlhabenden Plantagenbesitzer in der Stadt gutgehen, agierten als Politiker und widmeten sich dem „Social Life“, das sich regelmäßig Anfang des Jahres abspielte. Den Wohlstand verdankten sie den Sklaven – auch deshalb, weil diese sich hervorragend mit dem schwierigen Klima auskannten und halfen, den Reisanbau zu kultivieren. Der lief so erfolgreich, dass man zeitweise sogar nach China exportierte. Mit der Baumwolle ging es dann nahtlos gewinnbringend weiter, selbst Indigo, den blauen Farbstoff, gewann man hier.

  • Blick über die Auffahrt über das herrschaftliche Plantagenhaus Boone Hall
  • Heckansicht eines Volvo EX90 auf einer stark überwachsenen Allee
  • Nahaufnahme eines Schilds, das vor Alligatoren warnt
»40 Grad Celsius bei 95 Prozent Luftfeuchtigkeit und Alligatoren braucht niemand. So ließen es sich die Plantagenbesitzer in der Stadt gutgehen.«

| Jörn Thomas, Autor

Das Ambiente schauen wir uns an, fahren nach Boone Hall, einer legendären Plantage in Mount Pleasant, einst Außendrehort für „Fackeln im Sturm“ und weitere Filme. Heute ist es ein lebendiges Museum mit beeindruckender Eichenallee als Zufahrt, feinem Herrenhaus (Achtung, Fake – wurde erst später gebaut) sowie restaurierten Sklavenhütten. Die wiederum aus Backsteinen bestehen, die die Kinder der Sklaven herstellten, weshalb an manchen auch kleine Fingerabdrücke zu sehen sind. Gute Backsteine dienten als Baustoffe, die weniger guten gingen in den Straßenbau („Brickroads“). Die Kinder durften übrigens nicht auf die Felder wegen der Alligatoren und der insgesamt knallharten Bedingungen. Also kein Grund für Sozialromantik. Die Sklaverei wurde 1865 offiziell abgeschafft – damit endete auch das Zeitalter der Südstaaten-Plantagen samt ihrer Romantisierung.


Entspannt am Strand

Wir romantisieren weiter mit dem Volvo EX90, sehen uns mal die Strände an. Das alles geht problemlos an einem Tag, die Region um Charleston ist vielseitig, die Wege nie allzu lang. Wobei der Volvo EX90 ja kein Problem mit längeren Touren hätte und rundum reisetauglich ist. Zudem schnurrt der Volvo EX90 elektrotypisch kraftvoll, leise und unaufgeregt dahin, verschont seine Gäste vor störenden Windgeräuschen, luftfedert selbst grobe Unebenheiten gekonnt weg und musiziert mit der Bowers & Wilkins Surroundanlage aufs Angenehmste. Hier in den USA – und mittlerweile auch bei uns, wenn wir ehrlich sind – kommt es doch kaum noch auf das letzte Fitzelchen Einlenkpräzision oder Querbeschleunigungsexzess an. Viel lieber fühlt man sich entspannt, sicher und, ja, auch ein wenig umsorgt. Auch von einer Klangwolke, die von fein ausgearbeiteten, differenzierten und klaren Höhen über warme, samtige und emotionale Mitten bis zum definierten tiefgründigen Bass reicht. Übertrieben? Dann nehmen Sie Ihre Wunschmusik, setzen Sie sich in den Volvo EX90 und lauschen Sie selbst. Na also.

Ein Mann und eine Frau sitzen bei geöffneter Heckklappe im Kofferraum eines Volvo EX90, der in der Abendsonne auf einem Sandstrand steht.

Stadt, Land, Strand. Wenige Fahrminuten von Charlestons Zentrum entfernt lässt sich bereits das pure Strandleben genießen, wie hier am Folly Beach.

Ebenso klar ist die Abgrenzung der Strände: Folly Beach lebt den zwanglosen Surferstyle. Du reitest die Welle statt die Kulinarik. Lecker essen ist hier nicht, Gläser klebrig, Eiswürfel chlorig, alles Feste frittiert mit Fett und Majo. Das geht anderswo besser, zum Beispiel auf Sullivan’s Island und Isle of Palms.


Gute Stimmung in Ridgeville

Zeit, noch mal über die Produktion des Volvo EX90 zu philosophieren. Gestern im Volvo Werk in Ridgeville. Zugeschaut und mitgebaut sozusagen. Ein Tag Hardcore-Werksführung von der Blechteile-Fügung bis zum abschließenden Fahrtest. Natürlich nicht, ohne selbst aktiv zu werden. Neben dem seitlichen Unterkantenschutz (Rocker Pad) klebe ich die Typenschilder auf. Ja, und?

Zwei Männer in Volvo Werkskleidung halten lächelnd Volvo EX90 Typschilder in die Kamera.

Hautnah dabei. Einmalige Einblicke in die Produktion des Volvo EX90 gab es für Autor Jörn Thomas im US-amerikanischen Werk der Schweden.

Das Rocker Pad muss exakt in die Klipse zwischen Front und Heck eingefädelt werden, von denen jeder Laut geben muss. Und die Buchstaben klebt man nicht irgendwie freihand auf die Heckklappe, sondern mit einer präzisen Schablone. Aus Kohlefaser. Die jeden Tag neu kalibriert wird. Noch Fragen? Okay: Zuerst alle Buchstaben außer die beiden O andrücken – die lassen sich etwas leichter in der Form korrigieren. Na, und wenn man schon die Buchstaben so akkurat appliziert, müssen wir über den Rest der Produktion nicht mehr reden.

  • Eine Frau geht lächelnd auf ihren Arbeitsplatz im Volvo Werk Charleston zu, sie trägt ein oranges Volvo Shirt
  • Nahaufnahme von zwei Händen, die den EX90 Typenschriftzug am Heck eines neuen Volvo EX90 platzieren.
  • Eine Volvo Werksmitarbeiterin platziert den rechten hinteren Kotflügel in der Produktion an der richtigen Stelle.
  • Ein Mann geht von links nach rechts über einen Zebrastreifen vor dem Volvo Werk in Ridgeville.
»Zuerst alle Buchstaben außer die O andrücken ... Wenn man schon sie so akkurat appliziert, müssen wir über den Rest der Produktion nicht mehr reden.«

| Jörn Thomas, Autor

Dabei gäbe es natürlich über die Blechfertigung, Lackierung, Hochzeit und Endmontage allerhand zu erzählen. Nur so viel: Selbst, wenn du weltweit schon in einer Menge Werkshallen unterwegs warst, die Stimmung in Ridgeville ist einzigartig. Ich habe selten derart viel Spaß und gute Laune erlebt. Die Frauen und Männer (Belegschaftsanteil 50 : 50) sind durchweg gut drauf und ansteckend lustig, ohne je die Arbeitspräzision zu vergessen. Ablesbar bei der Testrunde, die jeder Volvo EX90 am Ende der Produktion absolviert. Gelegenheit, Auffälligkeiten noch vor der Auslieferung zu beseitigen. Etwas, das laut Testerin Jackie jedoch nur sehr selten vorkommt. Glauben wir sofort.


„Sofort“ bitte kurz merken. Denn als wir unser Begleitauto Volvo EX90 am nächsten Abend vor dem Werkstor abgeben, der Himmel so unfassbar bunt abendhimmelnd changierend durch die Palmen phosphoresziert und ein milder Abendlufthauch über den Platz weht, denken wir unwillkürlich darüber nach, wiederzukommen. Ergebnis: am liebsten sofort!

Ein Mann in blauem Volvo Werkskittel prüft bei der Endkontrolle einen silbernen Volvo EX90

Jörn Thomas: Der Redakteur und Chefreporter („auto motor und sport“ und „promobil“) war schon immer gern unterwegs, ist fasziniert von allem, was fährt, und liebt es, den Fortschritt der Mobilität zu begleiten. Jeden Tag eine neue Welt. Jörn ist sich sicher: Es bleibt spannend.

Symbolbild Kreislaufwirtschaft

Kreislaufwirtschaft: So will Volvo bis 2040 ein Kreislaufunternehmen werden

Car

Teilen


Mit Volvo in Charleston: Idylle und Hightech | Volvo Cars DE