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  • Volvo Sicherheitsvision 2020: Eine Zukunft ohne Verkehrsunfälle

    30.09.2009
    Volvo Sicherheitsinnovationen

    Auf der Suche nach der ultimativen Vision eines Strassenverkehrs ohne Unfälle hat sich die Volvo Car Corporation ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Spätestens im Jahr 2020 soll kein Insasse eines Volvo mehr verletzt oder gar getötet werden. Um dieses Ziel zu erreichen wird Volvo in den nächsten Jahren verschiedene neue präventive Sicherheitssystem einführen und die Forschungsarbeit an der Schnittstelle Mensch – Maschine noch weiter ausbauen.´

    „Null ist die eine und einzige Alternative für uns“, sagt Jan Ivarsson, Head of Safety Strategy bei der Volvo Car Corporation. „Als der führende Automobilhersteller in Sachen Sicherheit können wir nicht akzeptieren, dass Menschen verletzt oder getötet werden, weil sie sich von A nach B bewegen wollen. Würden wir den Zusammenprall von zwei Flugzeugen beobachten, wäre dies ein Desaster, an das wir uns lebenslänglich erinnern. Aber bei der Beobachtung eines Verkehrsunfalls, bei dem jemand verletzt oder getötet wird, befürchten viele Menschen am ehesten einen langen Stau. Diese Haltung verdeutlicht, dass Verkehrsunfälle als ein unvermeidliches Alltagsgeschehen angesehen werden.“

    Verkehrsunfälle nicht mehr als unvermeidliches Alltagsgeschehen ansehen
    Volvo Cars hat sich zum Ziel gesetzt diese Ansicht grundlegend zu verändern. Die kontinuierliche Weiterentwicklung der automobilen Sicherheit mit dem Ziel 0 Unfälle beinhaltet daher eine besondere Herausforderung. „Denn es gilt, die Antwort auf die ultimative Frage zu finden: Was ist 0?“, sagt Jan Ivarsson. „Immer wieder haben wir beobachtet, dass das Unglück Realität wird. Dies wird selbstverständlich auch dann geschehen, wenn es einen Verkehr gibt, der als unfallfrei angesehen werden kann. Unser Ziel ist es, dem 0-Unfälle-Szenario so nahe zu kommen, dass bereits ein einzelner Verkehrsunfall als Desaster definiert werden kann und nicht als ein akzeptabler Bestandteil des täglichen Lebens.“

    Unfallprävention im Fokus als Firmenphilosophie
    Tatsächlich ist die Vision eines Strassenverkehrs ohne Unfälle für Volvo das wichtigste Motiv bei der Entwicklung seiner Sicherheitstechnologie, und dies gilt bereits seit der Unternehmensgründung im Jahr 1927. Immer war es das erklärte Ziel bei Volvo, ein neues Fahrzeug sicherer zu machen als seinen Vorgänger.

    Zahl der schweren Unfall-Verletzungen in einem Volvo seit 1960 um 50% verringert
    „In den vergangenen Jahren hat sich der Fokus vom Schutz hin zur Prävention verschoben, und wir machen hier weiter grosse Fortschritte“, sagt Jan Ivarsson. „Neue Technologien in den Volvo Modellen wie das Kollisions-Warnsystem mit automatischer Notbremsung und City Safety können den Fahrer warnen und ihn in schwierigen Situationen darin unterstützen, einen Unfall ganz zu verhindern oder zumindest die Folgen abzumildern. Unsere Statistiken zeigen, dass wir die Zahl der schweren Verletzungen seit 1960 um schätzungsweise 50% reduzieren konnten.“

    Der holistische Ansatz der Volvo Unfallforschung: 5 Phasen
    Die Strategie von Volvo Cars bezüglich der automobilen Sicherheit geht weit über die traditionelle Einstellung zum Thema Unfälle hinaus. Die Sicherheitsexperten verfolgen vielmehr einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem die Sicherheitsaspekte in fünf Phasen unterteilt werden:

    • Normale Fahrsituation: Der Fahrer ist gut informiert und bleibt aufmerksam.
    • Konflikt: Technische Funktionen helfen dem Fahrer im Umgang mit schwierigen Situationen.
    • Vermeidung: Automatische Reaktion des Fahrzeugs zur Kollisionsvermeidung, wenn der Fahrer nicht reagiert.
    • Schadensbegrenzung: Die Sicherheitssysteme des Fahrzeugs unterstützen die Reduzierung der Aufprallenergie, um die Effekte auf die Insassen zu minimieren.
    • Nach der Kollision: Integrierte Fahrzeugsysteme fordern automatisch Hilfe an und erleichtern die Rettungsarbeiten.

    „Die grösste Herausforderung besteht darin, dass der Fahrer den normalen Fahrmodus aufrecht erhält“, betont Jan Ivarsson. „Um unsere Vision des unfallfreien Verkehrs zu realisieren, muss bereits in dieser Phase den meisten potenziellen Gefahren begegnet werden. Bestenfalls gelingt es uns, dem Fahrer so zu helfen, dass er in den normalen Fahrmodus zurückkehrt, sobald eine kritische Situation auftritt.“

    Intelligente Warn- und Bremstechnologien
    Aktuelle Modelle von Volvo können mit diversen intelligenten Systemen ausgestattet werden, die potentielle Gefahren erkennen und dem Fahrer dabei helfen, sie zu beherrschen. Entweder durch eine Warnung oder, falls erforderlich, durch ein automatische Abbremsen. „Wenn man ein automatisches Bremssystem einführt, muss sicher gestellt sein, dass man nicht eine gefährlichere Situation schafft als die, die es zu vermeiden gilt“, sagt Ivarsson. „Es ist nicht besonders schwierig, ein Fahrzeug automatisch bremsen zu lassen. Die Herausforderung besteht darin, zu wissen, wann dieser Bremseingriff zu erfolgen hat. Die Technologie, die bestimmte Verkehrssituationen erkennen soll, muss zuverlässig funktionieren.“

    „Unsere intelligenten Sicherheitssysteme sind vorzugsweise auf jene Situationen ausgelegt, die im realen Verkehrsgeschehen am alltäglichsten und gefährlichsten sind. Wir haben bereits mehrere Präventivsysteme eingeführt, die sich bewegende und stillstehende Fahrzeuge in Fahrtrichtung erkennen können. Im nächsten Jahr werden wir unseren Kunden im neuen Volvo S60 eine neue Funktion anbieten, mit der automatisch Fussgänger erkannt werden können.“

    „Kommunizierende“ Fahrzeuge
    In der Zukunft müssen Automobile in der Lage sein, zu kommunizieren und Informationen mit anderen Fahrzeugen auf der Strasse und der Verkehrsinfrastruktur auszutauschen. Prinzipiell wird der Volvo der Zukunft in der Lage sein, mit entgegenkommenden Fahrzeugen zu „sprechen“. So könnte er beispielsweise mitteilen: „Du und ich stehen kurz vor einer Frontalkollision. Wenn unsere Fahrer nichts unternehmen, müssen wir aktiv werden. Lass uns die Fahrtrichtung ändern“. Die grösste Herausforderung bei der Realisierung eines solchen Szenarios besteht darin, eine gemeinsame Sprache für diese Art der Kommunikation zu finden. Ein Volvo muss fähig sein, mit Fahrzeugen anderer Hersteller zu kommunizieren. Zugleich müssen alle Fahrzeuge Informationen mit der Verkehrsinfrastruktur austauschen können.

    „Wir sind überzeugt, dass die Lösung in der Nutzung von Systemen besteht, die bereits für andere Anwendungen existieren.“, sagt Ivarsson. „Die Welt ist voller Informationen, die meisten davon dienen der Unterhaltung oder dem Komfort. Sicherheitsinformationen zu dieser bestehenden Architektur hinzuzufügen macht viel mehr Sinn als eine neue „Sprache“ für die Verkehrsinfrastruktur zu erfinden und zu vereinbaren.“

    Neue Kooperationen erforderlich
    Das Bestreben nach einer unfallfreien Zukunft beinhaltet auch die Kooperation mit anderen Institutionen. So arbeitet Volvo mit der schwedischen Strassenverkehrsbehörde zusammen, um die Kooperation zwischen Fahrzeugen und der Verkehrsinfrastruktur voranzutreiben. „Wir haben gemeinsame Interessen und koordinieren unsere Anstrengungen und Forschungsprojekte, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen“, erläutert Ivarsson.

    Darüber hinaus gibt es zwei interessante Trends, die grosse Auswirkungen auf die Entwicklung eines sichereren Strassenverkehrs haben:

    • Es werden immer mehr unterstützende Systeme für Fahrzeuge entwickelt. 
    • Die Zahl älterer Menschen mit einem aktiven Lebensstil nimmt beständig zu. Und sie stellen höhere Ansprüche an die Mobilität als vorherige Generationen.

    Volvo führt innerhalb des Unternehmens und in Kooperation mit anderen Partnern umfassende Forschungsprojekte durch, um neue Informationen zu beiden Trends zu gewinnen.

    Studie: Ältere Fahrer an Kreuzungen
    Thomas Broberg, Senior Safety Advisor bei Volvo Cars, beteiligt sich an einem Projekt des schwedischen Forschungsinstituts für Strasse und Verkehr (VTI), bei dem das Beobachtungsverhalten älterer Fahrer an Strassenkreuzungen untersucht wird. „Die Studie gibt keinen Hinweis auf eine gefährliches Verhalten älterer Fahrer an Kreuzungen“, sagt Broberg. „Dennoch gibt es Unterschiede im Umgang mit Verkehrssituationen, beispielsweise bei der Positionierung des Fahrzeugs und der Art und Weise, wie der Fahrer Kopf und Augen bewegt. Diese Erkenntnisse sind für uns überaus wertvoll bei der Entwicklung des Fahrzeugdesigns und neuer Sicherheitssysteme.“

    Volvo Modelle mit Kameras im europäischen Feldversuch
    Volvo beteiligt sich darüber hinaus an dem europäischen Projekt euroFOTs (Field Operational Tests). Rund 100 Volvo V70 und Volvo XC70 sind mit speziellen Kameras ausgerüstet, die das Verhalten des Fahrers aufzeichnen. Auf diese Weise sollen neue Erkenntnisse über das Verhalten des Menschen in komplexen Verkehrssituationen gewonnen werden.

    Die Kameras in den Fahrzeugen zeichnen die Kopf- und Augenbewegungen des Fahrers auf. Gleichzeitig werden die Informationen der Sicherheitssysteme im Fahrzeug gespeichert. Weitere Kameras filmen den Blick des Fahrers auf die Strasse. Alle Signale und Videos werden auf einer Festplatte gespeichert, so dass die Wissenschaftler exakt die Bewegungsmuster von Kopf- und Augen des Fahrers analysieren können.

    Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine einer der wichtigsten Forschungsbereiche
    „Wir können auf diese Weise neue Erkenntnisse über die Interaktion zwischen Fahrer, Fahrzeug und dem Verkehrsgeschehen gewinnen“, sagt Jan Ivarsson. „Die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine ist einer unserer wichtigsten Forschungsbereiche. Sämtliche Instrumente und Funktionen müssen einfach zu verstehen und zu bedienen sein. Denn die Informationen müssen dem Fahrer helfen, ohne dass sie seine Aufmerksamkeit behindern.“

    Auf der Suche nach der ultimativen Vision eines Strassenverkehrs ohne Unfälle hat sich die Volvo Car Corporation ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Spätestens im Jahr 2020 soll kein Insasse eines Volvo mehr verletzt oder gar getötet werden. Um dieses Ziel zu erreichen wird Volvo in den nächsten Jahren verschiedene neue präventive Sicherheitssystem einführen und die Forschungsarbeit an der Schnittstelle Mensch – Maschine noch weiter ausbauen.
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