Notbremsassistent mit automatischer Fußgänger- und Fahrradfahrer-Erkennung
Der Notbremsassistent mit automatischer Fußgänger- und Radfahrer-Erkennung ist Bestandteil des aktiven Geschwindigkeits- und Abstandsregelsystems und arbeitet zwischen 4 und 80 km/h. Das radar- und kameragestützte System kann Passanten, die vor dem Fahrzeug die Straße betreten, ebenso erkennen wie Fahrradfahrer, die in der Fahrspur pendeln oder plötzlich ausscheren. Es aktiviert die volle Bremskraft, falls der Fahrer nicht rechtzeitig reagiert.
Die innovative Technik beruht auf einem komplexen System. Dazu gehören eine 76-GHz-Radareinheit (Dual-Mode), die in den Frontgrill integriert ist, eine CMOS-Kamera auf Höhe des Innenrückspiegels mit einem Sichtfeld von 45 Grad sowie eine zentrale Kontrolleinheit. Aufgabe des Radars ist die Erkennung aller Objekte vor dem Fahrzeug und die Messung des Abstands zu ihnen. Die Kamera ermittelt dabei, um welche Art von Objekt es sich handelt – beispielsweise ob es sich um einen Fußgänger oder Radfahrer handelt. Dank des großen Beobachtungsfeldes der Radarfeinheit werden Personen in bis zu 35 Metern Entfernung erfasst. Die Kamera verfügt über eine hohe Auflösung, wodurch die Bewegungsmuster von Fußgängern ab einer Größe von 80 Zentimetern aufwärts, also auch Kinder, erkannt werden können. Die Technik unterliegt allerdings den gleichen Limitierungen wie das menschliche Auge. Daher ist auch die „Sicht“ der Kamera bei schlechtem Wetter und bei Dunkelheit eingeschränkt.
In einer Notsituation erhält der Fahrer zunächst eine akustische Warnung in Verbindung mit einem roten Blinklicht im Head-up-Display der Windschutzscheibe. Die optische Warnung ähnelt einem Bremslicht, um den Fahrer zu einer schnellen und intuitiven Reaktion zu veranlassen. Gleichzeitig wird das Bremssystem des Fahrzeugs vorgespannt. Wenn der Fahrer nicht auf die Warnung reagiert und ein Unfall droht, wird automatisch die volle Bremskraft aktiviert und das Fahrzeug bremst selbständig bis in den ABS-Regelbereich mit einer Verzögerung von bis zu zehn Metern pro Sekunde ab. Die Technik kann Kollisionen bis zu einem Tempo von 35 km/h verhindern, falls der Fahrer nicht rechtzeitig reagiert. Bei höherem Tempo (35 – 80 km/h) geht es darum, die Geschwindigkeit des Fahrzeugs vor dem Aufprall so weit wie möglich zu reduzieren. Bei einer Verringerung der Geschwindigkeit von 50 auf 25 km/h kann das System das Risiko tödlicher Verletzungen um 20 Prozent verringern, in bestimmten Situationen sogar bis zu 85 Prozent. Der Notbremsassistent mit automatischer Fußgänger- und Fahrradfahrer-Erkennung ist immer aktiv und kann nicht manuell abgeschaltet werden.