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Google Gemini im Volvo EX60

Mit Sprachsteuerung ans Ziel kam lange nur, wer den passenden Befehl kannte. Mit Google Gemini im Volvo EX60 soll die KI natürliche Sprache und Zusammenhänge verstehen und dadurch die Fahrzeugbedienung vereinfachen.

Innovation

EX60

Cockpit des Volvo EX60 mit Lenkrad, Fahrerinformationsdisplay dahinter und zentralem Infotainmentbildschirm

Der neue Volvo EX60 wird zum natürlichen Gesprächspartner: Als erstes Modell der Marke wurde das vollelektrische Premium-SUV mit Gemini vorgestellt, dem neuen KI-Assistenten von Google.

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Braucht ein Auto künstliche Intelligenz, um besser zu funktionieren? Beim Volvo EX60 lässt sich die Frage erstaunlich konkret beantworten. Interessant wird Google Gemini genau dort, wo klassische Sprachbedienung oft an ihrer eigenen Syntax scheitert: Der Fahrer weiß, was er möchte, der passende Satz für das System bleibt oft unklar. Gemini soll dieses Verhältnis umdrehen. Man spricht in Alltagssprache, stellt Rückfragen, ergänzt einen Wunsch mitten im Dialog und muss die Bedienlogik des Autos seltener in Kommandos übersetzen.


Der Volvo EX60 war das erste Modell der Marke, das mit Google Gemini vorgestellt wurde. Google hat zudem angekündigt, dass Gemini künftig auch den sicheren Zugriff auf Informationen aus Gmail, Google Calendar und Google Home ermöglichen soll. Verfügbarkeit und Zeitpunkt hängen von Markt, Sprache, Konto und Softwarestand ab.


Der Unterschied beginnt bei der Art, wie man spricht


Klassische Sprachassistenten arbeiten am zuverlässigsten, wenn der Nutzer ihre Logik bereits kennt: „Navigiere zu …“, „Temperatur auf …“, „Rufe … an“. Gemini versteht freier formulierte Anliegen und kann den Gesprächskontext über mehrere Sätze hinweg berücksichtigen. Gemini kann zum Beispiel bei einer Restaurantsuche entlang der Route zunächst nach gut bewerteten Lokalen mit Außenplätzen suchen und anschließend Fragen zu Parkmöglichkeiten oder vegetarischen Optionen berücksichtigen. Bei Nachrichten kann Gemini Mitteilungen zusammenfassen, eine Antwort formulieren und eine spätere Ergänzung in denselben Dialog aufnehmen.


Blick von der Beifahrerseite auf ein Volvo Cockpit, mittig in in der unteren Bildhälfte steht mit weißer Schrift Google Gemini

Volvo Fahrer erhalten einen neuen Beifahrer: Nach der Premiere im neuen Volvo EX60 hält der KI-Sprachassistent Google Gemini auch schrittweise Einzug in die komplette Modellpalette des schwedischen Premium-Automobilherstellers.

Jede Aufgabe, die sich sinnvoll per Sprache erledigen lässt, reduziert den Anlass, Menüs auf dem Zentraldisplay zu durchsuchen. Der EX60 besitzt einen 15,04-Zoll-OLED-Touchscreen und zusätzlich ein 11,4-Zoll-Fahrerdisplay. Interessant ist, wie viele alltägliche Eingriffe sich über Sprache erledigen lassen, während die Hände am Lenkrad und der Blick auf der Straße bleiben.


Gemini kann auch über das Auto selbst sprechen


Der spannendere Schritt beginnt, wenn der Assistent auf konkrete Fahrzeugdaten zugreifen darf. Gemini kann Fragen zum aktuellen Batteriestand, zum erwarteten Ladestand am Ziel oder zu passenden Ladestationen entlang der Route beantworten. Außerdem kann es Informationen aus Google Maps einbeziehen und die Suche im Gespräch verfeinern. Eine Frage wie „Gibt es in der Nähe meines Ladehalts ein Café?“ passt damit in denselben Dialog wie die Routenplanung.


Hinzu kommen fahrzeugspezifische Fragen. Gemini kann außerdem Inhalte aus den vom Hersteller bereitgestellten Bedienungsanleitungen nutzen. Wer wissen möchte, wie sich die Heckklappenhöhe begrenzen lässt oder was vor einer automatischen Waschanlage zu beachten ist, kann die Antwort im Gespräch erhalten. Die Tiefe dieser Informationen hängt vom jeweiligen Hersteller und Modell ab.


Von „Mir ist kalt“ bis hin zur Fahrzeugfunktion


Ein aufschlussreiches Beispiel ist die Klimatisierung. Gemini kann beispielsweise verstehen, wenn ein Insasse beschreibt, dass es im Auto neblig und sehr kalt ist, und daraufhin Heizung und Defroster aktivieren. Der Nutzer muss weder den Namen der Funktion noch eine festgelegte Befehlsfolge kennen.


Nahaufnahme des zentralen Infotainmentbildschirms im Volvo EX60

Dank Gemini kann der Fahrer komplexe Aufgaben durch natürliche Gespräche verwalten, ohne sich bestimmte Befehle merken zu müssen. So kann er sich auf das Fahren konzentrieren und muss weniger häufig auf das zentrale Display schauen.

Ähnlich verhält es sich bei der Reichweite. Der EX60 kommt als P6 Electric, P10 AWD Electric und P12 AWD Electric auf den Markt. Je nach Antriebsvariante bietet das Fahrzeug bis zu 611, 660 beziehungsweise 810 Kilometer. Alle Versionen nutzen 800-Volt-Technik. Gemini macht die Informationen zur richtigen Zeit leichter zugänglich: Wie viel Energie ist noch vorhanden? Mit welchem Ladestand komme ich an? Wo liegt eine passende Säule? Was kann ich während des Ladens in der Nähe erledigen?


Was heute schon verfügbar ist und was als Ausblick gilt


Bei KI im Auto lohnt sich eine saubere Trennung. 2026 demonstrierten Volvo Cars und Google im EX60, wie Gemini künftig mit Zustimmung des Fahrers auf Fahrzeugkameras zugreifen könnte. In der Demonstration interpretiert die KI etwa Parkschilder und Fahrbahnmarkierungen oder liefert Informationen zu einer sichtbaren Sehenswürdigkeit. Das ist ein Ausblick auf eine visuelle, situationsbezogene Assistenz und ist als Entwicklungsrichtung zu verstehen, deren Serienverfügbarkeit je nach Markt und Softwarestand variiert.


Die eigentliche Veränderung liegt in der Verschiebung von Menülogik zu Gesprächslogik. Wenn das System Kontext versteht, Rückfragen zulässt und Navigation, Fahrzeugzustand sowie geeignete Dienste einbeziehen kann, muss der Fahrer seltener darüber nachdenken, wie das Auto bedient werden möchte.

Cockpit des Volvo EX60 mit Blick auf ein Parkplatzschild, Google Gemini übersetzt die schwedische Schrift ins Englische

Google Gemini könnte mithilfe der Kamera – bei entsprechender Erlaubnis durch den Fahrer – die Umgebung analysieren. So lassen sich Verkehrszeichen und Fahrbahnmarkierungen noch besser verstehen – zum Beispiel auf der Urlaubsreise im Ausland.

Entscheidend sind unspektakuläre Momente: eine Adresse entlang der Route suchen, den Ladestand am Ziel erfragen, eine Nachricht zusammenfassen, die Scheibe entfrosten oder eine Funktion aus dem Handbuch erklären lassen.


Ob Gemini den Volvo EX60 langfristig angenehmer bedienbar macht, zeigt sich deshalb kaum in einer Bühnendemonstration. Es zeigt sich an einem Dienstagmorgen, wenn der Fahrer eine normale Frage stellt, die Straße im Blick behält und das Auto versteht, was gemeint ist.

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